Dienstag, 20. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

USA und Iran stehen laut Bloomberg nicht vor einem Abschluss

Die Gespräche laufen laut Bloomberg weiter. Ob die Meldung den Bericht über einen katarisch-pakistanischen Kompromiss betrifft, bleibt offen; der Ölpreis zieht wieder an.

Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran laufen laut Bloomberg weiter, ein Abschluss steht aber nicht bevor. Berichte, wonach beide Seiten kurz vor einer Einigung stünden, seien falsch, meldete die Agentur am Dienstag unter Berufung auf eine Person, wie Investing.com die Überschrift der Bloomberg-Meldung wiedergibt.

Die Meldung folgt auf einen Bericht der Zeitung Al-Araby Al-Jadeed, nach dem Katar und Pakistan Iran einen Kompromiss vorgelegt haben. Die englischsprachige Ausgabe The New Arab hatte am 20. Oktober unter Berufung auf ungenannte Quellen gemeldet, Washington und Teheran hätten positiv auf den Vorschlag reagiert; ein Durchbruch könne noch in dieser Woche verkündet werden. Ob Bloomberg mit den falschen Berichten gerade diesen meint, geht aus der Meldung nicht hervor.

Der Ölpreis schwankte. Die Nordseesorte Brent verringerte nach der Bloomberg-Meldung ihre Verluste und notierte bei etwa 108 Dollar je Barrel, berichtet NDTV Profit am 20. Oktober in einem übernommenen Agenturtext. Eine unbestätigte Meldung über die Verhandlungen hatte den Preis zuvor von einem Fünfmonatshoch gedrückt, auch europäische Gas-Terminkontrakte gaben nach. Händler sind laut dem Bericht vorsichtig, weil die Regierung von Präsident Donald Trump den Konflikt vor den Kongresswahlen am 3. November entschärfen könnte; die hohen Energiepreise dürften für die Wähler ein zentrales Thema werden. Seit Jahresbeginn hat Brent demnach mehr als 80 Prozent zugelegt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Dienstag den Sturz der iranischen Führung als vorrangiges Ziel bezeichnet. Bei der Eröffnung des akademischen Jahres an der Tel-Hai-Universität in Kiryat Schmona nahe der libanesischen Grenze sagte er nach Angaben der Times of Israel, er habe darüber mehrfach mit Trump gesprochen, zuletzt zwei Tage zuvor. Solange das Regime in Teheran an der Macht bleibe, werde es wieder versuchen, Atombomben zu bauen und sein Bündnisnetz in der Region neu aufzubauen. Mit seinem Sturz werde auch die Hisbollah fallen und Frieden mit dem Libanon möglich. Israel wählt am 27. Oktober ein neues Parlament.