Iranischer Abgeordneter droht Deutschland und Italien mit Raketen
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Iran werde Europa angreifen, falls die USA ihre Stützpunkte dort nutzen, sagte Ahmad Bachschajesch Ardestani Euronews. Vor der deutschen Botschaft in Teheran hängt ein Banner mit einer Warnung an Europa.
SicherheitspolitikEin Mitglied des Ausschusses für nationale Sicherheit im iranischen Parlament hat europäischen Staaten mit Raketenangriffen gedroht, falls die USA ihre dortigen Stützpunkte gegen Iran nutzen. Ahmad Bachschajesch Ardestani nannte im Gespräch mit Euronews ausdrücklich Deutschland und Italien. Anders als in den beiden vorangegangenen Kriegen werde Iran europäische Hilfe für einen amerikanischen Angriff diesmal nicht folgenlos lassen, sagte er.
Iran werde jeden gegen das Land genutzten Stützpunkt angreifen und auch materielle und immaterielle Güter von Staaten ins Visier nehmen, die die USA unterstützen, sagte Ardestani demnach. Europäische Staaten hätten sich nach seiner Darstellung schon im vorigen Krieg mit Iran im Krieg befunden, weil sie ihre Stützpunkte zur Verfügung gestellt hätten.
Banner vor der deutschen Botschaft
Vor den Kundgebungen zum Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft 1979 hängten Regierungsanhänger laut Euronews ein Banner vor der deutschen Botschaft in Teheran auf. Es zitiert den Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, sinngemäß mit der Warnung, Europa werde für seine Unterstützung Israels bezahlen. Die den Revolutionsgarden nahe Agentur Fars ordnete die Urheber laut Euronews der Studenten-Basij der Universität Teheran zu. Die Botschaft und das Auswärtige Amt waren für Euronews zunächst nicht zu erreichen.
Die Revolutionsgarden kündigten am Mittwoch laut Euronews eine Antwort ohne geografische Grenzen auf jede Bedrohung an. Die Zeitung Kayhan schrieb demnach, mögliche Ziele beschränkten sich nicht mehr auf US-Stützpunkte im Nahen Osten.
Stand vom 4. November 2026, morgens
Die regimetreue Teheraner Zeitung Hamshahri hat auf der Titelseite ihrer Dienstagsausgabe amerikanische Militärstandorte in Europa als mögliche Ziele iranischer Raketen dargestellt, darunter drei in Deutschland. Auf der Titelseite vom 3. November führt das Blatt den Luftwaffenstützpunkt Ramstein, den Stützpunkt Spangdahlem und das Europakommando der US-Streitkräfte (EUCOM) in Stuttgart auf, neben Standorten unter anderem in Rumänien und Zypern.
Ramstein beschreibt die Zeitung als Drehkreuz für Lufttransport, Führung und Unterstützung amerikanischer Einsätze außerhalb der Vereinigten Staaten, Spangdahlem als Standort amerikanischer F-16-Kampfflugzeuge, Stuttgart als Kommandozentrale der US-Streitkräfte in Europa. Die Entfernung nach Iran gibt sie jeweils mit rund 4000 Kilometern an.
Begründung mit dem Krieg im Frühjahr
Hamshahri beruft sich auf eine Strategie der Konfrontation ohne geografische Begrenzung. Bei einem amerikanisch-israelischen Angriff auf strategische Infrastruktur Irans könne sich die Auseinandersetzung auf amerikanische Ziele in Europa ausweiten, schreibt das Blatt unter Berufung auf Analysten. Die europäischen Stützpunkte stuft es als legitime Ziele ein, weil sie die Verlegung von Truppen und Material in den Nahen Osten ermöglichten; im 40-tägigen Krieg sei etwa ein Fünftel der amerikanischen Kräfte in der Region aus Europa gekommen. Zur Reichweite iranischer Raketen beruft sich die Zeitung auf westliche Experten, wonach Iran sie über 2000 Kilometer hinaus steigern könne.
Armeesprecher Mohammad Akraminia sagte am Dienstag nach einem Bericht der FAZ vom 3. November, die Streitkräfte hätten im Einklang mit neuen Befehlen ihre Zieldatenbank erweitert. Bei einem neuen militärischen Abenteuer könnten amerikanische Anlagen, Ausrüstung, Soldaten und Interessen überall auf der Welt Ziel von Vergeltung werden. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sagte laut FAZ, der Oberste Führer Modschtaba Khamenei habe eine Militärstrategie ohne geografische Beschränkungen vorgegeben.
Ende Oktober hatte Iran laut der Agentur Fars bereits deutschen Einrichtungen in der Region gedroht, falls Berlin offen in einen Konflikt gegen Teheran eintrete (unser Bericht).