Jemens Regierungstruppen beanspruchen Bab al-Mandab, die Huthi widersprechen
Der Armeesprecher meldete die Einnahme der Meerenge am 5. Oktober, huthi-feindliche Quellen berichteten am 9. Oktober auch von Perim. Nach AFP sagen Militärquellen der Regierung am 10. Oktober, die Wasserstraße sei nicht gesichert und die Insel in Huthi-Hand; unabhängig bestätigt ist keine Darstellung.
Jemens Regierungstruppen beanspruchen die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab, die Huthi bestreiten das. Armeesprecher Majid Abdullah al-Nuzayli meldete am Montag, dem 5. Oktober 2026, nach Anadolu die Einnahme durch die Giants-Brigaden und die Nation’s-Shield-Verbände; am Freitag, dem 9. Oktober, erklärte Saudi-Arabiens Botschafter im Jemen, Mohammed Al Jaber, die Meerenge sei von den Resten der Huthi-Miliz gesäubert. Dagegen sagten jemenitische Militärquellen am Samstag der Nachrichtenagentur AFP, die Regierungskräfte rückten vor, hätten die Wasserstraße aber noch nicht gesichert; Quellen im Militär der Regierung sagten, die Insel Perim, arabisch Mayun, sei weiter in Huthi-Hand. Betroffen sind die Handelsschiffe zwischen Rotem Meer und Golf von Aden, die Bevölkerung an der Küste, von der nach UN-Daten seit Juli mehr als 200.000 Menschen vertrieben wurden, und Saudi-Arabien: Für dessen Öl ist die Route nach einem Fachmann, den ABC zitiert, zum Ausweg geworden, seit der Verkehr durch die Straße von Hormus beeinträchtigt ist.
Die Huthi bestätigten nach AFP, dass Regierungstruppen im Raum Bab al-Mandab angegriffen hätten, sagten aber, sie hätten den Vorstoß abgewehrt. Hizam al-Asad, Mitglied ihres Politbüros, erklärte der Agentur, die Huthi hielten weiter die Meerenge, die Insel Mayun und die übrige Westküste. AFP schreibt, die Angaben der Kriegsparteien seien nicht unabhängig zu prüfen, die Lage ändere sich schnell und der Zugang für Journalisten sei schwierig. Dieser Text gibt den Stand vom 11. Oktober 2026, 8:25 Uhr MESZ wieder; die Lage ändert sich.
Der Sprecher der Regierungstruppen sagte am 5. Oktober nach Anadolu in mehreren Beiträgen auf X, die Verbände hätten auch den Flughafen Dhubab eingenommen und die Straße zwischen Dhubab und Mokka gekappt. Hunderte Huthi-Kämpfer seien im Raum Dhubab eingeschlossen und zur Aufgabe aufgefordert worden; einige seien später per Boot über das Meer geflohen. Die Operation trägt den Namen „Dawn of Yemen“. Eine Stellungnahme der Huthi enthält der Anadolu-Bericht nicht. Die Huthi hatten die Küste an der Meerenge nach AFP im September in einer Blitzoffensive genommen und nach AFP damit die gesamte Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht.
Eine Lagebewertung des Joint Maritime Information Center (JMIC) vom 8. Oktober, drei Tage nach der Meldung des Armeesprechers, führt Mokka, Mayun/Perim, Zuqar und die Hanisch-Inseln weiter als von den Huthi kontrolliert; sie beherrschten damit beide Fahrrinnen der Meerenge. Die Bedrohungsstufe für die Meerenge und das südliche Rote Meer bleibt auf „substantial“, der dritten von fünf Stufen der JMIC-Skala. Zwischen dem 4. und 7. Oktober zählte das JMIC nach Daten von S&P Maritime 97 Durchfahrten von Frachtschiffen in 96 Stunden, bei einem Durchschnitt von etwa 61 am Tag im Jahr 2023. Die Bewertung ist älter als die Meldungen vom 9. Oktober.
An diesem Tag meldete Al Jaber auf X den Erfolg, ohne Einzelheiten zu nennen, wie Anadolu schreibt. Ein jemenitischer Militärvertreter sagte derselben Agentur unter der Bedingung der Anonymität, die Regierungsverbände hätten am Freitagmorgen eine Operation begonnen, um die volle Kontrolle über die Meerenge und die Insel Mayun herzustellen; die Streitkräfte sprachen demnach von heftigen Kämpfen mit verbliebenen Huthi-Kämpfern. Huthi-Sprecher Ameen Hayyan wies die Darstellung nach Al-Monitor zurück. Er sagte, die Huthi hätten saudische Verbände abgewehrt, die aus Richtung Lahij auf die Meerenge vorrücken wollten, und mehr als 22 gepanzerte Fahrzeuge zerstört. Das ist eine Angabe der Huthi, eine Bestätigung liegt nicht vor.
Das Critical Threats Project des American Enterprise Institute und das Institute for the Study of War schreiben in ihrem Lagebericht vom 9. Oktober, regierungsnahe Verbände hätten nach Angaben huthi-feindlicher jemenitischer Quellen und geolokalisierter Aufnahmen die Halbinsel al-Aradi gesichert und Perim nach Berichten eingenommen. Zuvor hätten sie am 8. Oktober die Höhe Dschabal Kahbub genommen, die beide Orte überblicke. Selbst bei Regierungskontrolle über Perim könnten die Huthi die Schifffahrt nach dieser Einschätzung von anderen Stellen der Küste bedrohen, etwa von den Hanisch-Inseln oder aus der Gegend von Mokka. Ein in Washington ansässiger Jemen-Analyst berichtete, die Kräfte räumten al-Aradi und die Gegend der Meerenge weiter von verbliebenen Huthi-Gruppen. Der Bericht erschien vor der AFP-Meldung vom 10. Oktober.
Am Samstag nannten Militärquellen beider Seiten AFP zufolge mindestens 63 Tote binnen 24 Stunden bei den Kämpfen im Westen des Landes, vor allem an der Meerenge: 35 Angehörige der Regierungstruppen und 28 Huthi. Die Giants-Brigaden erklärten nach Anadolu, sie hätten einen Huthi-Angriff nördlich des Flughafens Dhubab abgewehrt und der Miliz schwere Verluste zugefügt; die Huthi äußerten sich dazu zunächst nicht. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition meldete laut AFP, sie habe in der Nacht zum Samstag mehr als 130 Huthi-Ziele zerstört. Der Fernsehsender Al-Masirah der Huthi berichtete von Schlägen im Raum Bab al-Mandab, wie AFP schreibt.
Die Kämpfe an der Küste sind Teil der Gegenoffensive, die der Vorsitzende des Präsidialen Führungsrats, Raschad al-Alimi, am 4. Oktober ausrief; der Bericht vom 5. Oktober beschreibt die Ausrufung und die Lage zu Beginn. Parallel greifen die Huthi nach AFP Ziele in Saudi-Arabien an, darunter Verkehrsknoten und Ölanlagen; ihre reklamierte Attacke auf eine Aramco-Anlage bei Riad ist im Aramco-Bericht beschrieben, zu den Angriffen auf den Flughafen der Hauptstadt liegen zwei Berichte vor, einer vom 8. Oktober und einer zum Angriff vom 10. Oktober. Die Bundesregierung hat am 30. September beschlossen, die Beteiligung an der EU-Operation Aspides fortzusetzen, deren Einsatzgebiet nach ihrer Mitteilung die Meerenge Bab al-Mandab einschließt; der Bundestag muss nach dieser Mitteilung noch zustimmen; einen eigenen Bericht gibt es dazu.
Offen sind, wer die Küste an der Meerenge und die Insel Perim kontrolliert, ob die Regierung den Flughafen Dhubab hält und wie die JMIC die Lage nach den Kämpfen vom 9. und 10. Oktober bewertet.