Freitag, 6. November 2026


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Geopolitik

Jotowa gewinnt Bulgariens Präsidenten-Stichwahl

Die Amtsinhaberin kommt nach Auszählung aller Protokolle auf knapp 58 Prozent, Herausforderer Gjurow auf gut 39 Prozent. Glückwünsche kommen unter anderem aus Brüssel, Bukarest, Skopje und Wien.

Amtsinhaberin Iliana Jotowa hat die Stichwahl um das bulgarische Präsidentenamt gewonnen. Nach den Daten der Zentralen Wahlkommission mit Stand Montag, 9.15 Uhr Ortszeit, bei vollständig verarbeiteten Protokollen der Wahllokale erhielt sie mit ihrem Vizekandidaten Kiril Waltschew 1.093.852 Stimmen oder 57,57 Prozent. Andrej Gjurow und Georgi Kandew kamen auf 750.251 Stimmen oder 39,48 Prozent. 56.080 Wähler oder 2,95 Prozent kreuzten die Option an, keinen Kandidaten zu unterstützen.

Das Ergebnis nach Auszählung aller Protokolle liegt damit im Bereich der Parallelzählungen vom Wahlabend, die Jotowa bei 56,5 bis 58,2 Prozent gesehen hatten. Auf beide Kandidatenpaare und die Option, niemanden zu unterstützen, entfielen zusammen rund 1,9 Millionen Stimmen.

Glückwünsche kamen aus Brüssel und mehreren europäischen Hauptstädten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte Jotowa auf X und kündigte an, die Zusammenarbeit von Sicherheit und Verteidigung bis zu Wettbewerbsfähigkeit und Energieunabhängigkeit fortzusetzen, berichtet die Staatsagentur BTA. Rumäniens Präsident Nicușor Dan, Nordmazedoniens Präsidentin Gordana Siljanovska-Davkova und Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen gratulierten ebenfalls, wie BTA meldet. Dan nannte die Sicherheit und Entwicklung der Region, beginnend mit dem Schwarzen Meer, als gemeinsame Aufgabe.

Stand vom 1. November, abends

Amtsinhaberin Iliana Jotowa liegt in der Stichwahl um das bulgarische Präsidentenamt nach Parallelzählungen und Nachwahlbefragungen klar vor Andrej Gjurow. Amtliche Ergebnisse hat die Zentrale Wahlkommission am Sonntagabend noch nicht veröffentlicht, auf ihrer Ergebnisseite für den zweiten Wahlgang steht der Hinweis, sie folgten in Kürze. Die Beteiligung lag nach den Daten der Kommission bis 16 Uhr Ortszeit bei 19,33 Prozent der rund 6,64 Millionen Wahlberechtigten, nach 15,95 Prozent zur selben Zeit im ersten Wahlgang.

Nach vollständigen Parallelzählungen, über die Mediapool berichtet, kommt Jotowa bei Alpha Research auf 57,4 Prozent und Gjurow auf 39,6 Prozent; Market Links sieht sie bei 56,5 zu 40,6 Prozent, Mjara und Trend jeweils bei 58,2 zu 38,6 Prozent. Die ersten Nachwahlbefragungen hatten den Abstand noch kleiner gezeigt: Trend ermittelte 51,6 zu 43,4 Prozent, Mjara 51,1 zu 44,6 Prozent, wie Fakti berichtet. Die Gesamtbeteiligung schätzten Trend und Mjara in den Nachwahlbefragungen auf 26 und 25,5 Prozent, Market Links nach Mediapool-Angaben auf 29,8 Prozent.

Erster Wahlgang am 25. Oktober

Bei der Präsidentenwahl in Bulgarien liegt Amtsinhaberin Iliana Jotowa nach dem amtlichen Zwischenergebnis vor dem früheren Übergangsregierungschef Andrej Gjurow. Nach den Daten der Zentralen Wahlkommission mit Stand Montag, 10 Uhr Ortszeit, bei 99,95 Prozent verarbeiteter Protokolle der Wahllokale erhielt Jotowa mit ihrem Vizekandidaten Kiril Waltschew 528.782 Stimmen oder 34,76 Prozent. Gjurow und sein Partner Georgi Kandew kamen auf 486.099 Stimmen oder 31,95 Prozent. Dritter wurde der Chef der prorussischen Partei Wasraschdane, Kostadin Kostadinow, mit 190.828 Stimmen oder 12,54 Prozent; 4,43 Prozent kreuzten die Option an, niemanden zu unterstützen.

Gewählt ist im ersten Wahlgang nach Artikel 93 der Verfassung nur, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält, wenn zugleich mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten abgestimmt hat. Andernfalls treten binnen sieben Tagen die beiden Bestplatzierten gegeneinander an. Die Wahlkommission will das Ergebnis laut ihrer Sprecherin, wie Trud berichtet, am 27. Oktober verkünden und, falls niemand gewählt ist, die Stichwahl für den 1. November ansetzen. Die Beteiligung lag nach den Angaben der Kommission bis 16 Uhr Ortszeit am Wahltag bei 15,95 Prozent.

Die Nachwahlbefragungen vom Sonntagabend hatten dasselbe Bild gezeigt: Alpha Research sah Jotowa bei 35,3 Prozent und Gjurow bei 32,4 Prozent, wie die Sofia Globe berichtet. Market Links sah beide demnach mit 32,2 und 31,6 Prozent fast gleichauf. Für den Sender Nova ermittelten Trend 36,4 zu 32,1 Prozent und Mjara 35,6 zu 32,5 Prozent. Kostadinow lag in den vier Befragungen bei 12,6 bis 14,1 Prozent. Die Beteiligung schätzten Alpha Research, Trend und Mjara auf gut 22 Prozent.

Jotowa ist seit Januar Präsidentin, nachdem Rumen Radew zurückgetreten war, um in die Parteipolitik zu wechseln. Sie wird von Radews Regierungspartei, den Sozialisten und der linken ABV unterstützt. Hinter Gjurow stehen die prowestlichen Oppositionsbündnisse „Wir setzen den Wandel fort“ und „Demokratisches Bulgarien“. Den Wahlkampf überschatteten Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer vor Bulgarien und Rumänien; Radew und Jotowa lehnen es ab, einen Urheber zu benennen, weil es dafür keine Beweise gebe (unser Bericht).