Marder fällt laut FAZ beim Digitalfunk-Test durch
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Ein Ministeriumssprecher nennt der FAZ jahrzehntealte Bauteile als mögliche Ursache. Die NATO-Brigade 37 setzt vorerst auf den Puma; ob der Marder zurückkehrt, ist offen.
SicherheitspolitikDer Schützenpanzer Marder erfüllt bei der Einsatzprüfung für das digitale Funksystem D-LBO basic laut FAZ vom Freitag die festgelegten Kriterien noch nicht; das habe das Heer mitgeteilt. Die der NATO zugesagte Panzergrenadierbrigade 37 zieht damit ohne den Marder in ihren Auftrag. Das Verteidigungsministerium hatte bereits in einer Pressemitteilung vom 16. Oktober mitgeteilt, dass beide Panzergrenadierbataillone aufgrund der Testergebnisse von Verbänden mit dem Schützenpanzer Puma gestellt werden. Der ursprünglich vorgesehene Marder-Verband werde zunächst nicht Teil der Brigade sein. Die Brigade soll mit Beginn ihres Auftrags im Januar 2027 als sogenannte Forward Land Forces Brigade digitalisiert führungsfähig sein.
Geprüft wurde in den vergangenen Wochen in Munster, zuletzt auch mit scharfem Schuss. Die Grundfunktion des Systems sei gegeben, so das Ministerium. Ein Ministeriumssprecher nannte der FAZ als mögliche Ursache, dass teils mehrere Jahrzehnte alte Bauteile nicht mit der neuen Technik zusammenpassen, konkret die Fernmelde- und Bordverständigungsanlage. Einspringen muss demnach das Panzergrenadierbataillon 112 im bayerischen Regen mit seinen Puma.
Die Bundeswehr will den Marder laut FAZ weiter digital nachrüsten; gelinge das nicht, müsse über Alternativen nachgedacht werden. „Ob und wann ein erneuter Wechsel zum Marder erfolgt, ist derzeit offen“, sagte der Ministeriumssprecher der Zeitung. Die Brigade soll im Ernstfall Litauen unterstützen, bis die dort stationierte Panzerbrigade 45 voll einsatzbereit ist. Diese soll nach Angaben des Ministeriums bis Mitte 2027 ebenfalls digitalisiert sein.
Bei der Umrüstung der übrigen Fahrzeuge hinkt die Bundeswehr hinterher. Nach Angaben des Ministeriums liegt sie derzeit rund 300 Fahrzeuge hinter dem selbst gesteckten Ziel; bis Ende 2026 sollen 2.700 Fahrzeuge umgerüstet sein, mehr als 2.000 sind es bereits. Insgesamt sollen laut FAZ 16.000 Fahrzeuge und Plattformen ausgestattet werden. Noch nicht umgerüstete Fahrzeuge werden im sogenannten Mischbetrieb über eine Schnittstelle angebunden.