Freitag, 23. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Drohne versenkt laut Agerpres Frachter vor Constanța

Laut Agerpres ist ein Seemann der „Khoryv“ tot, drei werden vermisst. Präsident Nicușor Dan wirft Russland eine weitere Eskalation vor, auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen macht Moskau verantwortlich.

Vor der rumänischen Schwarzmeerküste ist am Freitagvormittag der Frachter „Khoryv“ nach einem Drohnentreffer gesunken. Das Schiff unter der Flagge der Komoren befand sich 13 Seemeilen vor Constanța und damit knapp außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer, berichtet die Staatsagentur Agerpres unter Berufung auf die Marinebehörde ANR. Von den 13 Besatzungsmitgliedern, zehn Ukrainern und drei Aserbaidschanern, wurden neun lebend aus dem Wasser geborgen und ein Toter gefunden; drei werden vermisst. Die Koordinierungsstelle der ANR war gegen 9 Uhr MESZ alarmiert worden.

Das Innenministerium meldete laut Agerpres, das Schiff sei schwer beschädigt worden und gekentert. Die neun Geretteten wurden nach Constanța gebracht und dort medizinisch untersucht. Schlechtes Wetter und geringe Sicht erschwerten laut ANR die Suche, wie Al Jazeera am Freitag berichtet. Das Suchschiff „SAR Artemis“ der Seenotrettung ARSVOM kehrte nach Angaben der Behörde um 18.05 Uhr MESZ in den Hafen zurück; die drei Vermissten waren da noch nicht gefunden, berichtet die Lokalzeitung Ziua de Constanța. Die „Khoryv“ war laut Al Jazeera am Mittwoch in der Türkei ausgelaufen und auf dem Weg zum Hafen Sulina an der Donaumündung.

Präsident Nicușor Dan sprach von einem Vorfall im Rahmen der Eskalation, die Russland im Krieg gegen die Ukraine betreibe. Das geht aus der Abschrift seiner Erklärung hervor, die das Präsidialamt verbreitete. Der Oberste Verteidigungsrat habe sich bereits am Donnerstag mit dem Thema befasst, und auf Antrag Rumäniens und Bulgariens habe am Dienstag der Nordatlantikrat getagt; Rumänien werde zusätzliche Ausrüstung erhalten. Dan forderte Moskau laut Al Jazeera zudem auf, die Friedensinitiativen der USA und Europas ernst zu nehmen, die Vorschläge für eine Waffenruhe anzunehmen und den Krieg zu beenden. Ministerpräsident Luca Niculescu nannte den Angriff demnach auf Facebook inakzeptabel und einen eklatanten Bruch des Völkerrechts.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich auf X um 12.59 Uhr MESZ zutiefst beunruhigt über eine weitere russische Eskalation im Schwarzen Meer. Die rücksichtslosen Angriffe richteten sich gegen unschuldige Menschen und missachteten offen das Völkerrecht. Russische Stellen äußerten sich laut Al Jazeera zunächst nicht; Moskau hat demnach in früheren Fällen bestritten, für tödliche Drohnenangriffe in der Region verantwortlich zu sein.

Vor den Küsten Rumäniens und Bulgariens wurden laut Al Jazeera in den vergangenen zwei Wochen mindestens sieben Frachter getroffen, 30 Seeleute sind tot oder vermisst. Rumänien will nach der Sitzung des Verteidigungsrats die Abwehr von Drohnen und Minen beschleunigen. Die NATO hatte zuvor angekündigt, zusätzliche Kräfte ins Schwarze Meer zu schicken, Bulgarien mobilisiert alle verfügbaren Mittel.