Samstag, 24. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Moldau weist russischen Botschaftsmitarbeiter nach Drohnenabsturz aus

Laut Außenministerium trug die Drohne Sprengstoff, sie ging rund 100 Meter neben einem Wohnhaus im Bezirk Telenești nieder. Präsidentin Sandu spricht von einer russischen Geran, Moskau droht für den Fall der Ausweisung mit einer Antwort.

Die Republik Moldau erklärt einen Mitarbeiter der russischen Botschaft in Chișinău zur Persona non grata. Das moldauische Außenministerium reagiert damit auf den Absturz einer nach seinen Angaben mit Sprengstoff beladenen Drohne am Freitag im Dorf Chiștelnița im Bezirk Telenești, wie Vizeregierungschef und Außenminister Mihai Popșoi um 17.41 Uhr MESZ auf X mitteilte. Die Drohne ging rund 100 Meter von einem Wohnhaus entfernt nieder, verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand, berichtet die Staatsagentur Moldpres. Das Ministerium wertete den Vorfall als schwere Verletzung der Souveränität und Sicherheit des Landes und forderte Russland auf, Handlungen einzustellen, die die regionale Sicherheit gefährden.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums drang die Drohne um 12.59 Uhr MESZ aus Richtung Werchnja Slobidka im ukrainischen Gebiet Winnyzja in den moldauischen Luftraum ein und flog in Richtung Frunzeuca im Bezirk Camenca in der abtrünnigen Region Transnistrien, wie Moldpres berichtet. Um 13.10 Uhr MESZ verschwand sie bei Pepeni im Bezirk Sîngerei von den Radarschirmen, tauchte um 13.12 Uhr kurz wieder auf und verschwand dann bei Meseni im Bezirk Rezina erneut. Anschließend meldete ein Anwohner der Polizei das Fluggerät neben seinem Haus. Die Polizei sperrte das Gelände ab, Spezialisten für Sprengstoffe sollten das Objekt untersuchen, so die Agentur unter Berufung auf die Polizei.

Präsidentin Maia Sandu schrieb um 18 Uhr MESZ auf X, eine russische Kampfdrohne vom Typ Geran habe den Luftraum verletzt und sei nahe Wohnhäusern und einer Energieanlage abgestürzt. Russlands Krieg bringe weiterhin das Leben von Moldauern in Gefahr. Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sagte der Agentur Interfax, Moskau habe die Berichte gesehen; werde die Ausweisung umgesetzt, folge eine entsprechende Antwort.

Es ist der zweite Absturz binnen einer Woche. Am Abend des 16. Oktober war laut Verteidigungsministerium eine Drohne außerhalb des Ortes Codrenii Noi im nördlichen Bezirk Dondușeni abgestürzt und explodiert. Seit Jahresbeginn zählt das Ministerium 65 Verletzungen des Luftraums, davon 17 im Oktober, seit 2022 insgesamt 102. Es forderte moderne Technik zur Erkennung und Abwehr von Bedrohungen aus der Luft. In der Nacht zum 11. Oktober war eine Drohne mit Sprengladung in einem Wald bei Geamăna im Bezirk Anenii Noi niedergegangen.