Moskau wirft Polen Angriffspläne gegen Kaliningrad vor
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Außenamtssprecherin Sacharowa behauptet, Polens Generalstab plane Präventivschläge, eine Seeblockade und einen Vorstoß im Suwałki-Korridor. Belege nennt sie nicht. Sie droht mit einer vernichtenden Antwort.
SicherheitspolitikRussland wirft Polen vor, Angriffe auf das Gebiet Kaliningrad zu planen. Der Generalstab der polnischen Streitkräfte habe Einsatzpläne für vorbeugende Präzisionsschläge gegen die Exklave ausgearbeitet, für den Fall, dass ein Krieg mit Russland unvermeidlich werde. Das behauptet Außenamtssprecherin Maria Sacharowa in einer am 16. Oktober 2026 veröffentlichten Antwort auf eine Medienfrage (Nr. 1680). Belege oder Quellen für die angeblichen Pläne nennt das Ministerium nicht.
Nach Moskaus Darstellung sollen die Pläne die militärische Infrastruktur im Gebiet zerstören, vor allem Iskander- und S-400-Systeme, Lager, Treibstoffterminals und Gefechtsstände. Eingesetzt werden sollten demnach HIMARS und polnische Homar-K mit 300 Kilometern Reichweite, F-16 mit Präzisionswaffen, Loitering Munition und Kampfdrohnen. Polnische Küstenraketen und Nato-Flugzeuge sollten Kaliningrad von See her abriegeln; zugleich sei eine Bodenoffensive im Suwałki-Korridor mit der 16. und 18. Mechanisierten sowie der 1. Infanteriedivision vorgesehen.
Sacharowa drohte, jeder bewaffnete Angriff auf das Gebiet werde eine vernichtende Antwort mit allen Mitteln Russlands nach sich ziehen, der Krieg wäre sehr kurz. Anlass war die Frage nach einem Interview des Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses, Admiral Giuseppe Cavo Dragone, in La Repubblica. Er hatte gesagt, die Nato bereite keine Blockade Kaliningrads vor. Sacharowa bezweifelte das und verwies auf den Vortrag von Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich beim Warsaw Security Forum am 12. Oktober (unser Bericht).
Eine Reaktion der polnischen Regierung auf die neuen Vorwürfe fand die Redaktion bis Samstagmorgen nicht. Auf eine frühere russische Drohung im Streit um Kaliningrad, ein Schreiben an die Nato, hatte Außenamtssprecher Maciej Wewiór vor gut zwei Wochen geantwortet, die Nato sei ein Verteidigungsbündnis und ihre Übungen bedrohten Russland nicht; die Drohungen nannte er einen zynischen Eskalationsversuch, berichtete gazeta.pl.