Montag, 5. Oktober 2026


Sicherheitspolitik

Nato-Oberbefehlshaber Grynkewich legt Theory of Victory für die Ostflanke vor

Bloomberg hat eine unklassifizierte Fassung des Papiers gesehen. Der Plan verbindet Landstreitkräfte mit billigen Drohnen und KI-gestützter Zielerfassung.

General Alexus Grynkewich, Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa, stellt am 12. Oktober 2026 in Polen ein Papier mit dem Titel Theory of Victory vor. Es soll darlegen, wie die Nato einen russischen Angriff auf die Ostflanke rasch abwehren will.

Die Bloomberg hat nach eigenen Angaben eine unklassifizierte Fassung gesehen. Ein Nato-Vertreter hat dem Kyiv Independent die Existenz des Plans bestätigt. Oberst Martin O’Donnell, Sprecher Grynkewichs, sagte der AFP: „Die Theory of Victory des Oberbefehlshabers der Alliierten Streitkräfte in Europa ist einfach: den Vorteil der Nato zu halten, im Einklang mit und gestützt auf die Abschreckungs- und Verteidigungspläne des Bündnisses.“ Die Agentur datiert den Auftritt auf eine Sicherheitskonferenz in Warschau.

Nach der von Bloomberg gesehenen Fassung würde die Nato einen Vorstoß zuerst mit Landstreitkräften und Fähigkeiten der Eastern Flank Deterrence Initiative stoppen. Dazu zählt Bloomberg billige Drohnen, Systeme mit kleiner Besatzung und KI-gestützte Zielerfassung. Sobald die Verbündeten Bewegungsfreiheit haben, sollen russische Führungs- und Kontrollstrukturen ausgeschaltet werden, damit die angreifenden Kräfte rasch geschlagen werden.

O’Donnell lehnte gegenüber Bloomberg operative Einzelheiten ab. Nach der Kyiv Post nannte er das Bündnis „rein defensiv“. Der AFP sagte er weiter: „Angesichts der unruhigen und komplexen globalen Sicherheitslage müssen wir jetzt die Voraussetzungen schaffen, um Aggression abzuschrecken und, falls nötig, im Angriffsfall zu siegen.“

Das Kyiv Independent schreibt, das Papier solle klären, wie die Nato auf ein Eindringen in ihr Gebiet reagiert, und die Öffentlichkeit der Bereitschaft versichern. Nach dem Blatt haben verbündete Stellen gesagt, ein konventioneller russischer Angriff stehe nicht unmittelbar bevor; Moskau könne die Ostflanke mit hybriden Angriffen oder Drohneneinflügen testen. Das Papier verlange, eigene Provokationen zu vermeiden und hybride Angriffe abzuwehren. Den Inhalt hat die Nato öffentlich nicht kommentiert. Die AFP vermerkt, die Allianz halte ihre Verteidigungspläne gewöhnlich unter Verschluss.

Die Nato hat die Eastern Flank Deterrence Initiative im Juni in der Slowakei unter dem Allied Land Command erprobt, mit Drohnen, Abwehr gegen Drohnen und unbemannten Landsystemen; das steht in einer Video-Dokumentation des Bündnisses. Oberstleutnant Joshua Taft von der US Army sagte dort, EFDI diene dazu, die Ostflanke durch zusätzliche Fähigkeiten zu stärken.

Die Kyiv Post gibt Bloomberg wieder, das Papier solle den Verbündeten auch zeigen, welche Kräfte und Technologien sie finanzieren müssten, bevor eine Krise beginnt.