Freitag, 6. November 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Pistorius will schnell über Einstieg in GCAP entscheiden

Der Verteidigungsminister will binnen zwei Wochen mit Italien und Japan sprechen. Tokio sorgt sich laut Defense Express um seinen Arbeitsanteil am Kampfjet.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will rasch klären, ob und unter welchen Bedingungen Deutschland in das britisch-italienisch-japanische Kampfjetprojekt GCAP einsteigen kann. Erste Gespräche habe es gegeben, sagte er am Montag in Berlin nach einem Treffen mit dem britischen Verteidigungsminister Wes Streeting auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. In den nächsten Tagen bis zwei Wochen wolle er mit seinem italienischen Kollegen Guido Crosetto und dem japanischen Verteidigungsminister sprechen.

Danach werde sich zeigen, unter welchen Bedingungen ein Einstieg zeitlich und mit Blick auf die Verteilung der Arbeitsanteile vorstellbar sei, sagte Pistorius. Dann folgten die nächsten Schritte oder eben nicht.

„Wir sind alle uns völlig klar darüber, dass hier keine Zeit zu verlieren ist“, sagte Pistorius laut Tagesspiegel, der sich auf AFP stützt. Die drei Partner hätten fünf Jahre über den bestehenden Vertrag verhandelt. „Daraus ergibt sich schon ein gehöriger Zeitdruck, den wir Rechnung tragen wollen, weil diese Fähigkeit Anfang der 40er Jahre bereitstehen muss.“

Streeting sagte, Großbritannien sei offen für eine deutsche Beteiligung, entscheiden müsse es aber gemeinsam mit Italien und Japan. Die Gespräche sollten in einem Format drei plus eins geführt werden; London wolle verstehen, welche Anforderungen Deutschland habe und ob es Synergien gebe. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte vergangene Woche in Tokio laut Tagesspiegel gesagt, Deutschland wolle ausloten, ob eine Zusammenarbeit mit Japan im Kampfflugzeugbau möglich sei.

Fortschritte bei weitreichenden Waffen

In der gemeinsamen Erklärung des zweiten deutsch-britischen Verteidigungsministerrats berichten beide Minister von erheblichen Fortschritten beim gemeinsamen Projekt für Präzisionsschläge auf große Distanz (Deep Precision Strike). Die Waffen sollen mehr als 2000 Kilometer weit reichen und noch in diesem Jahrzehnt geliefert werden. Die nationalen Rüstungsdirektoren unterzeichneten demnach eine Durchführungsvereinbarung zur Beschaffung des Torpedos Sting Ray.

Die Erklärung beruft sich auf das 2024 unterzeichnete Trinity-House-Abkommen. Sie sieht außerdem eine engere Zusammenarbeit bei unbemannten Systemen, im Weltraum und bei Künstlicher Intelligenz vor; dafür wird ein gemeinsames Cyberprojekt erweitert. Beide Länder bekräftigen zudem ihre Unterstützung für die Ukraine.

Japan bremst laut Defense Express

Japan sorgt sich laut dem ukrainischen Portal Defense Express, das sich auf die Zeitung Asahi beruft, dass ein neues Mitglied eine Neuverteilung der Arbeitsanteile nach sich ziehen würde. In Tokio gebe es Stimmen, Großbritannien solle Deutschland einen Teil seines eigenen Anteils abgeben. Ein Beobachterstatus für Deutschland würde Japan demnach nicht schaden. Japan will den Kampfjet laut dem Bericht 2035 in Dienst stellen.