Freitag, 9. Oktober 2026


Außenlage

Geopolitik

Putin sagt Iran Hilfe zur Beilegung des Kriegs zu

Das Gespräch lag am Vorabend des GUS-Gipfels in Turkmenistan. Peseschkian wirft Washington vor, den Ländern die eigene Politik aufzuzwingen, und verlangt einen endgültigen Rahmen.

Präsident Wladimir Putin hat dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian am 8. Oktober 2026 am Rand des Gipfels der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) in Turkmenbaschi zugesagt, Russland werde alles tun, was in seiner Macht stehe, um zur Beilegung des Kriegs im Nahen Osten beizutragen. Das Stenogramm des Kremls hält die Zusage fest; Channel News Asia und RFI geben sie nach russischen Agenturen wieder. Adressat ist Teheran. Getroffen ist die Schifffahrt durch die Straße von Hormus, die nach RFI seit den Kämpfen faktisch gesperrt ist.

Peseschkian warf den Vereinigten Staaten nach der Mehr-Nachrichtenagentur, die Press TV wiedergibt, vor, den Ländern Politik und Sichtweise aufzuzwingen. „Unser Ziel ist es, den Konflikt zu beenden und sicherzustellen, dass die Rechte der iranischen Nation im Rahmen des Völkerrechts geachtet werden; wenn die USA jedoch auf einem Kurs der Einseitigkeit beharren, wird das nicht machbar sein.“ Channel News Asia und RFI schreiben unter Berufung auf iranische Staatsmedien, Teheran wolle einen endgültigen Rahmen für das Ende des Kriegs.

Die Begegnung lag am Rand der Tagung des Rats der Staatschefs in der Touristenzone Awaza. Putin sagte laut Kreml, das drängendste Problem sei die Lage in der Region. „Wir wissen, dass Iran reale Versuche unternimmt, den Konflikt zu beenden, der in der Region nicht durch seine Schuld ausgebrochen ist, nicht durch Irans Schuld, und erneut mit neuen Vorschlägen zur Beilegung der Lage hervorgetreten ist, und zwar mit friedlichen Mitteln.“ Dann die Zusage: „Wir sind unsererseits bereit, alles zu tun, was von uns abhängt, um Ihnen bei der Beilegung dieser Lage zu helfen.“ Ein Vermittlungsformat, einen Verhandlungsort oder eine russische Rolle zwischen Washington und Teheran nannte er nicht.

Die Beziehungen entwickeln sich nach Putins Worten positiv auf der Grundlage des Vertrags über die umfassende strategische Partnerschaft, unterzeichnet Anfang des vergangenen Jahres. Der Warenverkehr sei um etwas mehr als 21 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen, die Tendenz halte in den ersten sieben Monaten dieses Jahres an. Er bat, dem Obersten Führer Irans Grüße auszurichten. Die IRNA datiert das Gespräch auf den Donnerstagabend und nennt als Themen Energie, Landwirtschaft, Transport und Handel.

Peseschkian sagte nach Mehr, Iran führe einen Dialog, doch jedes Mal, wenn man mit den Vereinigten Staaten spreche, starteten sie neue Angriffe; den Verhandlungstisch verlasse man trotzdem nicht. Vorschläge seien ausgetauscht, die amerikanische Initiative erneut redigiert; sobald das abgeschlossen sei, wolle man über die bestehenden Vermittler zusammenkommen und die Sache abschließen. Das Kreml-Stenogramm gibt dieselbe Linie wieder: In der Mitte von Verhandlungen sei angegriffen worden, den Tisch habe Iran nicht verlassen.

Einen Tag zuvor hatten beide nach der iranischen Präsidentschaft und Mehr telefoniert, Peseschkian gratulierte zum Geburtstag. Putin sagte demnach, die Zusammenarbeit unter dem Partnerschaftsvertrag laufe trotz der Ereignisse in der Region weiter; einige Staaten bemühten sich diplomatisch um Entspannung, Russland unterstütze das und sei bereit, dabei eine Rolle zu spielen und Hilfe zu leisten. Channel News Asia beruft sich für diesen Anruf auf IRNA.

Der Krieg begann nach Channel News Asia und RFI mit amerikanisch-israelischen Schlägen am 28. Februar. Die indirekten Gespräche gelten in diesen Berichten als festgefahren; Peseschkian nannte am Montag Verhandlungen mit Washington „sinnlos“. Axios berichtet unter Berufung auf ungenannte US-Vertreter, das Pentagon habe das Zentralkommando der Vereinigten Staaten angewiesen, Vorbereitungen für die Wiederaufnahme großer Kampfeinsätze gegen Iran abzuschließen.

Am 9. Oktober eröffnete der GUS-Rat der Staatschefs nach dem Kreml in Awaza die Sitzung im engen Kreis, ohne Peseschkian; im erweiterten Format stieß er hinzu. Mehr schreibt, er habe erstmals als Sondergast in diesem Format teilgenommen. Putin forderte, Handelshemmnisse abzubauen. Der Warenverkehr Russlands mit den GUS-Partnern habe 2025 die Marke von 110 Milliarden Dollar überschritten und in der ersten Hälfte dieses Jahres um weitere 19 Prozent zugelegt, so TASS und Interfax; der Anteil nationaler Währungen in den Geschäftsvorgängen liege über 90 Prozent. Den Vorsitz übernimmt nach seinen Worten ab dem 1. Januar Usbekistan. Am selben 9. Oktober äußerte sich Putin nach TASS in Turkmenbaschi zum Kaspischen Umweltgipfel.