Freitag, 6. November 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Rumäniens Geheimdienst führt Brand an Rüstungsstandort auf russisches Sabotagenetz zurück

Die Gruppe soll auch Waffenfabriken und militärische Ziele in der Region im Visier gehabt haben. Gegen mehrere Bürger früherer Sowjetstaaten laufen Verfahren in Rumänien und weiteren europäischen Ländern.

Der rumänische Inlandsgeheimdienst SRI hat nach eigenen Angaben ein aus Russland gesteuertes Sabotagenetz identifiziert, das den Brand vom 14. September auf dem Industriegelände Carfil in Brașov gelegt haben soll. Das teilte der Dienst am Montag in einer Pressemitteilung mit. Das Feuer brach demnach in unmittelbarer Nähe des Unternehmens Carfil SA aus, einer Tochter des staatlichen Rüstungskonzerns Romarm. Der SRI arbeitete nach eigener Darstellung mit Partnern im In- und Ausland zusammen.

Die Ermittlungen haben nach Angaben des Dienstes die Beteiligung mehrerer Bürger aus früheren Sowjetstaaten bestätigt, die in Ländern der Europäischen Union leben. Gegen sie laufen Verfahren in Rumänien und in Zusammenarbeit mit Behörden mehrerer europäischer Staaten. Die Auftraggeber in Russland hätten dem Netz zahlreiche weitere Ziele in der Region zugewiesen, darunter staatliche und private Waffenfabriken sowie andere militärische und industrielle Einrichtungen.

Der Fall gehört nach Einschätzung des SRI zu einer breiteren, von Russland gesteuerten Sabotagekampagne in Europa. In diesem Jahr seien weitere Versuche gegen Ziele in Rumänien aufgedeckt worden, auch gegen internationale Militäreinrichtungen und Anlagen, in denen ukrainische Soldaten ausgebildet werden. Ziel solcher Aktionen sei es, einzuschüchtern, Verteidigungsfähigkeiten zu beeinträchtigen und den Beitrag der betroffenen Staaten zur europäischen Sicherheit zu schwächen.

Angeworben werde meist über soziale Netzwerke, schreibt der Dienst. Zunächst böten die Auftraggeber Geld für scheinbar harmlose Aufgaben wie das Beobachten oder Fotografieren von Objekten; später reichten die Aufträge bis zu Zerstörung, Brandstiftung oder Mord, bei Weigerung drohten Druck und Erpressung. Die Mitglieder nutzten Transport, Unterkünfte und Zahlungsmittel auf fremde Namen, SIM-Karten aus Drittstaaten und verschlüsselte Messenger.

Der SRI prüft die auf rumänischem Gebiet festgestellten Sabotageoperationen gemeinsam mit der Ermittlungsbehörde für organisierte Kriminalität und Terrorismus DIICOT, dem militärischen Nachrichtendienst des Verteidigungsministeriums und dem Innenministerium weiter.