Russische Drohne tötet 14 Menschen am Bahnhof von Dnipro
https://www.aussenlage.de/artikel/russische-drohne-toetet-14-menschen-am-bahnhof-dnipro
Die Drohne traf einen Bahnsteig, an dem ein Zug nach Saporischschja stand. Sechs Verletzte sind nach Angaben der Gebietsverwaltung in schwerem Zustand, darunter ein elfjähriger Junge.
GeopolitikBeim Einschlag einer russischen Drohne am Bahnhof der ukrainischen Großstadt Dnipro sind am Donnerstag 14 Menschen getötet worden. Das teilte der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, um 13.43 Uhr Ortszeit, 12.43 Uhr MEZ, auf dem Telegram-Kanal der Gebietsverwaltung mit. Die Drohne mit Strahlantrieb traf nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft Ukrsalisnyzja, die Hanscha auf dem Kanal weiterleitete, einen Bahnsteig, an dem der Zug Nr. 866 von Dnipro nach Saporischschja stand; trotz erhöhter Gefahrenwarnung hätten sich dort Menschen aufgehalten.
Weitere 14 Menschen wurden nach Hanschas jüngster Meldung verletzt, 13 von ihnen liegen im Krankenhaus. Sechs seien in schwerem Zustand, darunter ein elfjähriger Junge; die Schwerverletzten hätten zahlreiche Splitterverletzungen erlitten, einem 40-jährigen Mann seien beide Beine amputiert worden. Dieselben Zahlen meldet die Zeitung Ukrajinska Prawda unter Berufung auf Hanscha.
Angriff am Vormittag
Der Angriff erfolgte nach Angaben der Polizei, die Ukrajinska Prawda wiedergibt, gegen 11 Uhr Ortszeit, 10 Uhr MEZ. Hanscha hatte zunächst einen Angriff auf ein Objekt der Verkehrsinfrastruktur mit Verletzten gemeldet und die Zahl der Toten später auf 14 erhöht. Nach Angaben der Luftwaffe, die die Zeitung wiedergibt, griffen gegen 11 Uhr vier Drohnen mit Strahlantrieb das Gebiet an; drei seien abgeschossen worden, die vierte habe den Bahnhof getroffen. Bürgermeister Borys Filatow sprach demnach von einer Tragödie für die Stadt.
Durch russische Angriffe auf den Bezirk Dnipro waren am Nachmittag laut Hanscha mehr als 25.000 Abnehmer in der Stadt und der Umgebung ohne Strom. In seiner Tagesbilanz meldete er für das gesamte Gebiet fast 40 Angriffe mit Drohnen und Artillerie auf vier Bezirke und 18 Verletzte, darunter Kinder. Am Abend traf eine weitere Drohne nach seinen Angaben ein Wohnheim einer Berufsschule in Dnipro; verletzt wurde dabei nach ersten Erkenntnissen niemand, weil sich die Menschen im Schutzraum aufhielten.
Drohnen mit Strahlantrieb hatte die stellvertretende NATO-Generalsekretärin Radmila Šekerinska als Grund genannt, warum die Ukraine dringend mehr Abfangraketen brauche (siehe unser Bericht).