Trump nennt Irans Schiffsangriffe erfunden
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Der US-Präsident wirft Teheran vor, Treffer und Minen vorzutäuschen, um den Ölpreis vor der Kongresswahl zu treiben. Nach vorläufigen Kpler-Zahlen liegt der Durchfluss durch die Meerenge noch unter dem Vorkriegsniveau.
GeopolitikUS-Präsident Donald Trump hat Iran vorgeworfen, Treffer auf Schiffe und Minen in der Straße von Hormus zu erfinden. Teheran tue alles, um den Ölpreis vor den Zwischenwahlen in den USA in die Höhe zu treiben, schrieb Trump am Donnerstag um 17.40 Uhr MESZ auf Truth Social. Durch die Meerenge fließe inzwischen mehr Öl als vor Beginn des Kriegs.
Trump widerspricht damit den Revolutionsgarden. Sie hatten am Donnerstag gemeldet, vier Schiffe beim Umladen von Öl im nördlichen Zentrum des Persischen Golfs getroffen zu haben; drei weitere seien westlich der Meerenge auf Minen gelaufen und lägen still. Alle Schiffe nutzten nach iranischer Darstellung die südliche Route entlang der Küste Omans, auf der die USA Tanker eskortieren, berichtet CBS News. Unabhängig bestätigt waren die Angaben laut CBS zunächst nicht. Bereits in den Tagen zuvor hatten die Revolutionsgarden mehrere Minentreffer gemeldet.
Für die Meerenge selbst weist der Schiffsverfolger Kpler bislang weniger Öl aus als vor dem Krieg. Im Sieben-Tage-Schnitt bis 18. Oktober lag die Ölausfuhr über Hormus laut Kpler-Briefing bei rund 14,1 Millionen Barrel pro Tag, einschließlich Umladungen von Schiff zu Schiff im Golf von Oman und ohne Durchfahrten mit iranischer Ladung. Das sind etwa 82 Prozent des Vorkriegsniveaus. Am 18. Oktober passierten 14 Tanker die Meerenge, vor dem Krieg waren es 50 am Tag. Kpler bezeichnet die Werte der jüngsten sieben Tage allerdings als vorläufige Untergrenzen, die sich mit späteren Bestätigungen bislang meist um das 1,5- bis 2-Fache erhöht haben. Für die Region insgesamt meldet Gulf News nach Kpler-Daten Exporte der Förderländer des Nahen Ostens ohne Iran von im Schnitt 24,6 Millionen Barrel pro Tag in der Woche bis 18. Oktober, nach 23,3 Millionen vor dem Krieg. Diese Zahl enthält jedoch Pipelines zu Häfen am Roten Meer und am Golf von Oman, über die Saudi-Arabien und die Emirate die Meerenge umgehen.
Brent verteuerte sich am Donnerstag laut CBS um rund 4 Prozent auf 113 Dollar je Barrel. Nach demselben Bericht zog das US-Zentralkommando Centcom Bilanz nach 100 Tagen erneuter Seeblockade iranischer Häfen: Iran seien Ölexporte im Wert von 25 Milliarden Dollar entgangen. Außenminister Marco Rubio telefonierte laut CBS mit Katars Regierungschef und Außenminister über die Freiheit der Schifffahrt in Hormus. Für die Zeit nach der Kongresswahl am 3. November bereiten die USA und Israel laut New York Times neue Angriffe auf Iran vor.