Montag, 19. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Revolutionsgarden melden Minentreffer bei zwei Tankern in Hormus

Die Revolutionsgarden melden Explosionen und Brände auf zwei Supertankern mit je mehr als zwei Millionen Barrel Rohöl. Namen, Flaggen und Besatzungen nennen sie nicht, unabhängig bestätigt ist nichts.

Irans Revolutionsgarden melden zwei Supertanker, die in der Straße von Hormus auf Seeminen gelaufen sein sollen. Ein Tanker mit mehr als zwei Millionen Barrel Rohöl habe versucht, die Meerenge auf einer nicht genehmigten Route zu durchfahren, sei auf eine Mine gelaufen und nach einer Explosion in Brand geraten, teilte die Marine der Revolutionsgarden am 17. Oktober 2026 um 3.37 Uhr MESZ über ihr Portal Sepah News mit. Am Nachmittag meldete sie einen zweiten Supertanker mit ebenfalls mehr als zwei Millionen Barrel, der nach einem Minentreffer im Maschinenraum explodiert und liegen geblieben sei. Namen, Flaggen, Ladungsherkunft und Angaben zu den Besatzungen fehlen; unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Beide Schiffe hätten ihre Ortungs- und Radarsysteme abgeschaltet; das erste sei mit Unterstützung des US-Militärs unterwegs gewesen, das zweite habe sich nach iranischer Darstellung vom US-Militär täuschen lassen. Die Marine erklärte, die Straße von Hormus sei geschlossen, und drohte Schiffen, die sich nicht an die iranischen Vorgaben hielten. Iran verlangt nach einem Bericht von Al Jazeera vom 18. Oktober seit Kriegsbeginn Ende Februar, dass Schiffe vor der Durchfahrt eine Genehmigung einholen.

Das US-Militär widerspricht der iranischen Darstellung grundsätzlich. Zentralkommando-Chef Brad Cooper sagte nach einem Bericht von Al Jazeera vom 17. Oktober in einer Videobotschaft, die Meerenge werde von den USA und ihren regionalen Partnern kontrolliert, nicht von Iran; in der vergangenen Woche seien rund 400 Schiffe durchgefahren. Das Zentralkommando hatte nach demselben Bericht erklärt, es habe die Meerenge von Minen geräumt, Schiffe würden von Geschossen getroffen. Zu den beiden am Samstag gemeldeten Fällen fand die Redaktion bis zum Morgen keine Stellungnahme. Die britische Meldestelle UKMTO zählte laut dem Bericht mindestens zwölf angegriffene Schiffe in der Woche bis zum 16. Oktober, betonte aber, viele Reedereien meldeten Angriffe nicht.

Die iranische Armee hatte nach dem Al-Jazeera-Bericht vom 18. Oktober zuvor zwei weitere Tanker gemeldet, die am Donnerstag und Freitag im Golf von Oman in Brand geraten seien. Zu den Angriffen auf Schiffe in der Meerenge Anfang Oktober siehe unser früherer Bericht.