Donnerstag, 22. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Aramco räumt laut Reuters Zentrale in Dhahran

Laut Reuters schickt der Ölkonzern erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs die Belegschaft seines Hauptsitzes nach Hause. Die Huthi reklamieren Angriffe auf Riad, Janbu und Dammam; Saudi-Arabien bestätigt zwei Tote am Flughafen Dammam.

Saudi Aramco hat die Beschäftigten seiner Zentrale in Dhahran laut Reuters angewiesen, das Gebäude zu räumen und von zu Hause zu arbeiten. Das berichtete die Agentur am Donnerstag unter Berufung auf sechs mit dem Vorgang vertraute Personen. Es ist demnach das erste Mal seit Beginn des Iran-Kriegs, dass der weltgrößte Ölkonzern seinen Hauptsitz räumen lässt. Aramco reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Agentur.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP, die Gulf News zitiert, arbeiteten die meisten Mitarbeiter bereits seit dem Angriff auf die Zentrale in der vergangenen Woche aus der Ferne. Nun müsse auch das verbliebene Schlüsselpersonal bis auf Weiteres zu Hause bleiben. In dem Gebäude sitzt laut Reuters ein Betriebszentrum, von dem aus Aramco Bohrinseln an Land und auf See, Raffinerien, Exportterminals und Tausende Kilometer Pipelines steuert. Laut Reuters hatten die Huthi den Komplex in diesem Monat getroffen, das Feuer breitete sich demnach über mehrere Stockwerke aus.

Am Mittwoch wurden in der Ostprovinz vier Menschen getötet. Bei einem Angriff auf den Flughafen King Fahd in Dammam kamen nach Angaben der Luftfahrtbehörde ein Saudi und ein in Saudi-Arabien lebender Inder ums Leben, acht Menschen wurden verletzt, berichten Ynetnews und die BBC. Der Flugbetrieb lief laut Ynetnews wieder. Am Ölfeld Schaiba fing die Luftabwehr nach Angaben des Energieministeriums eine Drohne ab, die eine Aramco-Anlage treffen sollte; herabfallende Trümmer setzten das Fahrzeug eines Auftragnehmers in Brand, zwei Arbeiter von den Philippinen und aus Nepal starben. Der Betrieb des Ölfelds sei nicht beeinträchtigt, erklärte das Ministerium. Seit Anfang Oktober sind nach Angaben saudischer Behörden, die die BBC zitiert, mindestens 21 Menschen bei Huthi-Angriffen auf saudische Flughäfen getötet worden.

Huthi-Militärsprecher Jahja Saree reklamierte am Donnerstag Angriffe mit Raketen und Drohnen binnen 48 Stunden auf vier Ziele: das Verteidigungsministerium in Riad, den Flughafen Dammam, eine Aramco-Anlage in der Hafenstadt Janbu am Roten Meer und den Flughafen Abha, berichtet die BBC. Die Angriffe auf das Ministerium und auf Janbu bestätigten die saudischen Behörden laut Ynetnews zunächst nicht, unabhängig überprüft wurden sie nicht. Die saudisch geführte Koalition meldete nach BBC-Angaben vier abgefangene Drohnen über der Ostprovinz in der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag vier weitere über den Provinzen Riad und Medina. Eine Anlage in Janbu hatten die Huthi bereits am 19. Oktober für sich reklamiert. Die USA ziehen inzwischen Teile ihres Botschaftspersonals aus dem Königreich ab.