Samstag, 10. Oktober 2026


Außenlage

Sicherheitspolitik

Kongressdienst listet 81 verlorene oder beschädigte US-Luftfahrzeuge im Iran-Krieg

Die Liste beruht auf Medienberichten, Angaben von Pentagon und CENTCOM und dem Bericht des Generalinspekteurs, nicht auf einer amtlichen Verlustbilanz. Stand ist der 5. Oktober; einige beschädigte Maschinen fliegen wieder.

Der Congressional Research Service (CRS) des US-Kongresses führt in einer am 5. Oktober aktualisierten Kurzinformation 81 Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen auf, die seit dem 28. Februar in den US-Einsätzen gegen Iran nach Berichten verloren gingen oder beschädigt wurden. Den größten Teil machen Drohnen aus, dazu kommen Kampfjets, Tankflugzeuge und Hubschrauber. Der Kongress berät über mögliche Mittel für Ersatz und Reparatur. Der Stand der Liste ist der 5. Oktober, spätere Vorfälle enthält sie nicht.

Die Liste ist keine amtliche Verlustbilanz. Sie stützt sich nach seinen Angaben auf Medienberichte, Erklärungen des Verteidigungsministeriums und des Zentralkommandos CENTCOM sowie auf den Bericht des Generalinspekteurs des Pentagons, der als Lead Inspector General für den Einsatz zuständig ist. Die Zahl könne sich ändern, etwa wegen Geheimhaltung, laufender Kämpfe und der Zuordnung einzelner Fälle; einige beschädigte Maschinen seien womöglich in den Dienst zurückgekehrt.

Den größten Posten stellen die Drohnen. Für 45 MQ-9 Reaper verweist der CRS auf einen Artikel vom 13. August, der sich auf drei US-Vertreter beruft und von mindestens 45 verlorenen Maschinen spricht. Eine eigene amtliche Angabe dazu führt der CRS nicht an. Hinzu kommen drei MQ-1, eine MQ-4C Triton, die nach einem Artikel unter Berufung auf ein Marinedokument bei einem Unfall abstürzte, sowie ein AH-64 Apache, vier AH-6 und ein MH-60, die der Generalinspekteur am 14. September als abgeschossen, zerstört oder abgestürzt meldet.

Bei den bemannten Flugzeugen listet der CRS zwölf F-15E. CENTCOM meldete am 2. März drei F-15E als durch eigenes Feuer über Kuwait zerstört und am 5. April eine über Iran. Acht F-15 hätten nach Artikeln vom 9. und 10. September bei einem iranischen Angriff auf den Stützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien leichte Schäden erlitten und seien wieder im Dienst. Sieben KC-135 entfallen auf zwei Maschinen, die CENTCOM am 12. März nach einem Vorfall meldete (eine stürzte im Irak ab, alle sechs Besatzungsmitglieder starben, die andere landete notgedrungen), und auf fünf Tanker, die ein Artikel vom 14. März am Boden auf der Prince-Sultan-Luftwaffenbasis in Saudi-Arabien beschädigt sieht. Eine F-35A hat laut einem Artikel vom 19. März iranisches Bodenfeuer über Iran beschädigt. Die übrigen Einträge sind zwei A-10, eine E-3, zwei MC-130J und ein HH-60W.

Sortiert man die Liste nach der Herkunft der Angaben, gehen sieben Einträge auf CENTCOM-Erklärungen zurück, zwei auf den Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, Dan Caine (eine A-10 und ein HH-60W, beide am 6. April), und sechs auf den Generalinspektor. Die übrigen 66 Einträge, mehr als vier Fünftel, stammen aus Medienberichten, 45 davon aus dem einen MQ-9-Artikel. Die Posten (12 F-15E, 1 F-35A, 2 A-10, 7 KC-135, 1 E-3, 2 MC-130J, 1 HH-60W, 1 MQ-4C, 3 MQ-1, 45 MQ-9, 1 AH-64, 4 AH-6, 1 MH-60) ergeben zusammen 81.

Der CRS nennt außerdem eine Kostenschätzung, die nicht auf seiner eigenen Arbeit beruht. Das Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) schätzte im September die Kosten für verlorene Ausrüstung mit Stand 1. August auf 1,9 bis 3,3 Milliarden Dollar, je nach Ersatzplänen des Pentagons. Das CBO-Schreiben vom 15. September an Brendan Boyle, den ranghöchsten Demokraten im Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses, bezieht die Spanne auf Ausrüstung insgesamt, nicht auf die 81 Luftfahrzeuge: Es nennt als wichtigsten Einzelposten ein von Iran zerstörtes THAAD-Radar, das etwa 500 Millionen Dollar kostet. Die 1,9 Milliarden Dollar gelten für Ausrüstung, bei der das Pentagon seine Planung ändern müsste. Die 3,3 Milliarden Dollar würden fällig, wenn es für alle Gefechtsverluste einen Nachtragshaushalt beantragte.

Das CBO erklärt, mehrere Flugzeugtypen seien nicht mehr in Produktion, ihre Nachfolger aber schon im regulären Haushalt: F-15EX für die F-15E, F-35A für die A-10, KC-46 für die KC-135 und E-7 für die E-3. Für diese Typen wäre kein Nachtrag nötig. Zu den F-15E hält das Büro fest, die Luftwaffe habe vier verloren; es setze dafür keine Kosten an, weil die F-15E ohnehin durch die F-15EX ersetzt werden sollen; die Verluste änderten nur die Reihenfolge der Ausmusterung. Das Pentagon antwortete auf Anfragen des CBO nicht, das Büro stützt sich auf Datenbanken und öffentliche Berichte und spricht von erheblicher Unsicherheit. Nach dem CBO-Schreiben gab das Verteidigungsministerium Mitarbeitern des Senatsausschusses für die Streitkräfte 4,3 Milliarden Dollar für den Ersatz von Gefechtsverlusten an. Das ist ein Teil der 37,5 Milliarden Dollar Einsatzkosten bis September, die Minister Pete Hegseth am 22. Juli vor dem Ausschuss nannte.

Der CRS führt als offene Fragen für den Kongress den Informationsstand über Schäden und Ersatzpläne, Haushaltsanträge, die Einsatzbereitschaft bei knappen und alternden Mustern wie der E-3, die Kapazität der Industrie und das Risiko im weiteren Einsatz auf. Weitere Verluste sind nicht ausgeschlossen: Laut dem Axios-Bericht vom 7. Oktober hat das Pentagon CENTCOM angewiesen, Kampfeinsätze gegen Iran vorzubereiten, und Washington verlegt einen dritten Flugzeugträger. Präsident Donald Trump schloss am 8. Oktober neue Angriffe vor den Zwischenwahlen aus. Iran knüpft die Öffnung der Straße von Hormus an Bedingungen.