Bundeswehr räumt laut FAZ Rückstand beim elektronischen Kampf ein
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Laut FAZ stören russische und belarussische Kräfte alle paar Tage die deutschen Antennen in Litauen. Die Mission Vigilant Owl läuft dort bis Anfang Dezember.
SicherheitspolitikDie Bundeswehr liegt bei der elektronischen Kampfführung nach Einschätzung des Inspekteurs der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum, Vizeadmiral Thomas Daum, laut FAZ deutlich hinter Russland zurück. Das sagte Daum der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in einem am Freitag erschienenen Bericht im Zusammenhang mit der Mission Vigilant Owl (VIGO) in Litauen. Dort klären Kräfte des elektromagnetischen Kampfes nach Angaben der Bundeswehr gegnerische Aktivitäten im elektromagnetischen Spektrum auf; VIGO ist die erste anerkannte Mission der Teilstreitkraft.
Die Mission ist laut FAZ vor wenigen Tagen angelaufen und dieses Mal bis Anfang Dezember aktiviert; sie ist dauerhaft angelegt, wird in Abstimmung mit Litauen aber nur zeitweise aktiviert. Die Soldaten sammeln und werten dabei auch elektronische Signale aus Belarus und Russland aus, die Erkenntnisse werden mit den litauischen Streitkräften geteilt. Nach Angaben der Bundeswehr stellt vor allem das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 die Kräfte; die FAZ spricht von einer niedrigen dreistelligen Zahl deutscher Soldaten im Land.
„Die Russen haben in den letzten 15 bis 20 Jahren massiv in den elektronischen Kampf investiert und Fähigkeiten aufgebaut“, sagte Daum der Zeitung. Erst 2022 habe die Bundeswehr umgeschaltet, und erst seit vergangenem Jahr stünden durch die Lockerung der Schuldenbremse Mittel zur Verfügung. „Wenn ich ehrlich bin“, sagte Daum, „können wir natürlich nicht mit solchen Fähigkeiten aufwarten, wie wir sie auf der russischen Seite sehen.“ Die nötige Technik sei teils in der deutschen oder europäischen Industrie verfügbar. „Aber wir brauchen nicht nur einen Prototyp. Wir müssen hochskalieren, um eine Vollausstattung unserer Truppe mit diesen Dingen zu erreichen – und da haben wir noch einen Weg zu gehen.“
Daum beschreibt VIGO laut FAZ als reine Aufklärungsmission, die Bundeswehr störe die Streitkräfte Russlands und Belarus’ nicht aktiv. Umgekehrt beobachte man den Einsatz von Störsystemen gegen Bundeswehrstellungen in Litauen, die die Antennen zeitweise blind machten. „Ein starker Störer hat diesen Effekt; das kann man gar nicht verhindern“, sagte Daum. Langfristige technische Folgen habe das nicht, für fünf bis zehn Minuten müsse der Operator aber seine Kopfhörer weglegen. Das passiere alle paar Tage.
Eingesetzt werden laut FAZ unter anderem das mobile Aufklärungssystem Baumfalke, eine Eigenentwicklung der Truppe, und das Industriesystem Lampe, von dem die Truppe derzeit nur eine Handvoll Exemplare hat; bis Jahresende sollen weitere folgen. Nach Angaben der Bundeswehr soll VIGO künftig auch die Übung Quadriga 2027 schützen.
Siehe auch: Litauen berät über Warnung vor Drohnen aus dem Schengenraum.