Freitag, 6. November 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Deutsche Verdächtige sitzen laut WDR wegen Starlink-Sabotage in Auslieferungshaft

Laut WDR sollen zwei 19-Jährige aus Duisburg und Moers in Bulgarien Starlink-Antennen angezündet haben. Litauen verdächtigt zwei in Deutschland festgenommene Männer des Terrors; ob es dieselben sind, ist nicht bestätigt.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Mittwoch Auslieferungshaft gegen zwei 19-jährige Deutsche angeordnet, die in Bulgarien Starlink-Antennen in Brand gesetzt haben sollen. Das berichtet der WDR unter Berufung auf das Gericht und die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf. Die beiden Männer aus Duisburg und Moers waren am vergangenen Freitag in Duisburg festgenommen worden. Grundlage sind europäische Haftbefehle aus Bulgarien.

Nach Darstellung der bulgarischen Behörden reisten zwei Männer am Abend des 9. Oktober in einem Auto mit deutschem Kennzeichen aus Serbien als Touristen ein und zündeten auf einem Gelände südlich von Sofia Starlink-Antennen an. Drei von acht betroffenen Antennen wurden demnach vollständig zerstört, weitere beschädigt. Die Verteidiger wollen den Haftbefehl laut dpa anfechten.

Einer Auslieferung im vereinfachten Verfahren haben die beiden nicht zugestimmt. Das Gericht muss deshalb prüfen, ob sie zulässig ist; erst dann kann die Generalstaatsanwaltschaft sie bewilligen. Die Auslieferungshaft begründeten die Behörden mit Fluchtgefahr wegen der hohen Straferwartung: Laut der Anklage der bulgarischen Staatsanwaltschaft drohen drei bis zwölf Jahre Haft. Im Fall einer rechtskräftigen Verurteilung muss den Männern auf Wunsch angeboten werden, die Strafe in Deutschland zu verbüßen.

Terrorverdacht in Litauen

Parallel haben litauische Ermittler zwei in Deutschland lebende Männer als Verdächtige für den versuchten Brandanschlag auf Starlink-Ausrüstung in Vilnius benannt, über den Litauen Mitte Oktober berichtet hatte. Beide seien auf Ersuchen Bulgariens in Deutschland festgenommen worden, sagte der Vizechef der litauischen Kriminalpolizei, Saulius Briginas, laut dem Sender LRT. Einer habe die deutsche und die türkische, der andere die deutsche und die serbische Staatsangehörigkeit. Die Männer seien am Vortag der Tat eingereist und unmittelbar danach wieder ausgereist.

Gegen sie besteht nach Angaben des Vilniuser Staatsanwalts Nėrijus Puškorius unter anderem der Verdacht der Bildung einer organisierten terroristischen Gruppe, der Einreise zu terroristischen Zwecken und eines Terrorakts, der schwere Folgen hätte haben können. Über eine Überstellung nach Litauen werde später entschieden. Briginas brachte die Verdächtigen laut LRT auch mit Brandanschlägen auf Starlink-Anlagen in Polen und Bulgarien in Verbindung; in Polen hätten sie das Feuer nach Einschätzung der Ermittler nicht selbst gelegt.

Ob die von Litauen beschuldigten Männer dieselben sind, gegen die das Oberlandesgericht Düsseldorf Auslieferungshaft verhängt hat, war zunächst nicht bestätigt. Litauen beschreibt die Verdächtigen laut LRT als Männer in ihren Zwanzigern, das Düsseldorfer Verfahren betrifft zwei 19-Jährige. Eine Sprecherin des Gerichts sagte laut dpa, im europäischen Haftbefehl aus Bulgarien gehe es nur um die dort verübte Tat. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.