Iran droht laut Fars deutschen Stützpunkten in der Region
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Laut Fars gilt die Warnung für den Fall, dass Berlin offen in einen Militärkonflikt gegen Teheran eintritt. Zugleich verlangt Iran ein Ende des Vorgehens gegen Iraner in Deutschland.
SicherheitspolitikIran hat Deutschland laut der Nachrichtenagentur Fars gewarnt, dass alle Kasernen und Einrichtungen mit Deutschland-Bezug in der Region zu legitimen Zielen der Verteidigung würden, falls Berlin offen in einen militärischen Konflikt gegen Iran eintrete. Das meldete Fars am Sonntag um 16.44 Uhr MEZ auf ihrem Telegram-Kanal. Die Agentur beruft sich auf Erkenntnisse ihres Korrespondenten für Sicherheit und Verteidigung, nicht auf eine Regierungsstelle. Als Anlass nennt sie verstärkte antiiranische Bemühungen Deutschlands. Iran habe Deutschland außerdem auf verschiedenen Wegen aufgefordert, in Deutschland lebende Iraner nicht länger mit haltlosen Vorwürfen zu behelligen, heißt es in der Meldung.
Hintergrund ist der diplomatische Streit nach einem Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts vom 15. Oktober. Es verurteilte laut LTO den 54 Jahre alten dänischen Staatsbürger Ali Hassan S. zu achteinhalb und den 43 Jahre alten, ebenfalls aus Afghanistan stammenden Tawab M. zu viereinhalb Jahren Haft, unter anderem wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit für Iran. Das Auswärtige Amt bestellte daraufhin am Montag, dem 19. Oktober, den iranischen Botschafter ein, wie es um 10.47 Uhr MESZ auf X mitteilte. Teheran bestellte noch am selben Tag den deutschen Botschafter ein.
Nach Überzeugung des Gerichts hatten die beiden Männer den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, und den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, ausgekundschaftet; laut Bundesanwaltschaft sollte ein Attentat auf Beck folgen. Das Auswärtige Amt hatte in einem vorangehenden Post erklärt, Angriffe auf jüdisches Leben dulde Berlin nirgends.
Welche Standorte gemeint sind, lässt die Meldung offen. Am exponiertesten wäre laut Bild die Luftwaffenbasis Al-Asrak in Jordanien, wo deutsche neben amerikanischen Soldaten stationiert sind. Die Präsenz in Jordanien im Rahmen der Anti-IS-Mission Inherent Resolve werde unvermindert fortgeführt, teilte die Bundesregierung am 5. Oktober mit. Den Einsatz im Irak beendete die Bundeswehr dagegen am 30. September, weil die irakische Regierung ihre Zustimmung zurückgezogen hatte. Das Mandat erlaubt bis zum 31. Januar 2027 den Einsatz von bis zu 500 Soldatinnen und Soldaten. In Al-Asrak waren nach Angaben von upday und Bild im Jahr 2025 rund 150 deutsche Soldaten stationiert; Bild geht davon aus, dass es seither weniger sind. Im irakischen Erbil waren laut Bild zuletzt 28 Soldaten.
Beck verlangt eine schärfere Antwort als eine weitere Einbestellung. Das Auswärtige Amt mache sich „lächerlich“, wenn es nach dieser Ankündigung von Angriffen erneut den Botschafter einbestelle und sich dann von Teheran vorführen lasse, sagte er am Sonntag der Bild-Zeitung. Er forderte Außenminister Johann Wadephul auf, den iranischen Botschafter Madschid Nili Ahmadabad auszuweisen und die Botschaft herunterzufahren.