Mittwoch, 21. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Kallas beklagt Schiffsmangel bei der EU-Mission Aspides

Die EU gibt weitere 2,5 Millionen Euro für die UN-Kontrollen von Lieferungen in den Jemen und schickt einen Verbindungsoffizier zur saudisch geführten Koalition. Der Gipfel mit den Golfstaaten ist wegen der Huthi-Angriffe verschoben.

Der EU-Marinemission Aspides fehlen nach Worten der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas Schiffe, um alle Reedereien zu begleiten, die um Schutz bitten. Die Liste der anfragenden Unternehmen sei lang, sagte Kallas am Dienstag im Europäischen Parlament, wie aus dem vom Europäischen Auswärtigen Dienst veröffentlichten Redetext hervorgeht. Die Mitgliedstaaten hätten weitere Fregatten zugesagt; diese müssten aber auch auslaufen, sonst untergrabe die EU ihre eigene Glaubwürdigkeit.

Mit den Angriffen der Huthi stehe Europa vor einer Krise an zwei Meerengen, sagte Kallas, entsprechend gefragt seien die Schiffe der Mission. Die EU gibt zusätzlich 2,5 Millionen Euro für den UN-Verifikations- und Inspektionsmechanismus für Jemen und unterstützt weiter die jemenitische Küstenwache und Dschibuti gegen Waffenschmuggel über das Rote Meer. In ihrem Schlusswort kündigte Kallas an, Aspides werde einen Verbindungsoffizier zur saudisch geführten Koalition entsenden, um die Einsätze abzustimmen und Doppelarbeit zu vermeiden. Die Mission beteilige sich nicht am Krieg, sie schütze den Handel.

Anlass der Debatte waren die Huthi-Angriffe der vergangenen zwei Wochen, unter anderem auf den Präsidentenpalast in Aden und den Flughafen von Riad. Kallas nannte sie Terrortaktiken; die Huthi würden von Iran finanziert, ausgerüstet und ausgebildet. Für eine Einstufung als Terrororganisation brauche es alle Mitgliedstaaten. Der für Samstag geplante Gipfel der EU mit dem Golf-Kooperationsrat ist nach ihren Angaben wegen der Angriffe verschoben. Rund ein Fünftel des EU-Handels läuft demnach durch das Rote Meer.

Aspides begleitet Handelsschiffe seit 2024 und hat nach Kallas’ Angaben seither Hunderte Schiffe in Sicherheit gebracht. Der Bundestag hatte die deutsche Beteiligung zuletzt um ein Jahr verlängert. Wie viele Schiffe der Mission derzeit fehlen und welche Staaten zusätzliche Fregatten zugesagt haben, nennt der Redetext nicht.