Freitag, 6. November 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Katar behält sich nach Angriff auf LNG-Tanker alle nötigen Schritte vor

Die Reederei Nakilat bestätigt, dass ihr Flüssiggastanker Al Mayeda am Freitagabend im Golf von unbekannten Objekten getroffen wurde. Wer dahintersteht, ist offen.

Katar verurteilt den Angriff auf den Flüssiggastanker Al Mayeda und behält sich alle nötigen Maßnahmen zum Schutz seiner Schiffe und Besatzungen vor. Das teilte das katarische Außenministerium am Sonntag in einer Erklärung mit, die es auch auf X verbreitete. Etwaige Schritte sollen demnach im Einklang mit dem Völkerrecht und der UN-Charta stehen. Der Angriff gefährde die Sicherheit der Schifffahrt und der globalen Energieversorgung; die zuständigen Behörden ermittelten, um die Umstände zu klären und die Verantwortlichen zu ermitteln.

Der Tanker gehört der Reederei Qatar Gas Transport Company (Nakilat). Sie bestätigte in einer Mitteilung, die Al Mayeda sei am Freitagabend, dem 30. Oktober, bei der Fahrt durch den Golf von unbekannten Objekten getroffen worden. Verletzt wurde demnach niemand, Folgen für die Umwelt gebe es nicht. Das Schiff sei in sicherem Zustand und einsatzfähig, der Schaden werde geprüft. Nakilat stehe in direktem Kontakt mit der Besatzung und den zuständigen Behörden für maritime Sicherheit in der Region.

Wer den Tanker getroffen hat, sagen weder das Außenministerium noch die Reederei. Das Ministerium warnte vor den Folgen solcher Angriffe für die regionale Sicherheit, die Weltwirtschaft und die Meeresumwelt; Angriffe auf Energietransporte gefährdeten auch die Wassersicherheit der Staaten in der Region.

Zusammenhang mit dem Treffer bei Lavan offen

Am selben Abend hatte die britische Meldestelle UKMTO in ihrer Warnung 188-26 gemeldet, dass ein Geschoss rund 40 Seemeilen südlich der iranischen Insel Lavan ein Schiff getroffen und an Bord ein Feuer ausgelöst habe. Einen Schiffsnamen nannte UKMTO nicht. Ob es sich um die Al Mayeda handelt, geht aus den Mitteilungen von Nakilat und UKMTO nicht hervor. Siehe auch: Projektil setzt Schiff südlich von Lavan in Brand.

Seit Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen Iran im Februar wurden laut Al Jazeera nach Daten der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO und von UKMTO mehr als 120 Handelsschiffe getroffen. Der Oktober war demnach mit mindestens 29 getroffenen Schiffen der bisher schwerste Monat des Kriegs. Siehe auch: Araghchi sieht laut Al Jazeera vorerst keinen Bedarf für Treffen mit den USA.