Katar legt Iran laut Reuters einen Sieben-Tage-Fahrplan vor
https://www.aussenlage.de/artikel/katar-legt-iran-laut-reuters-sieben-tage-fahrplan-vor
Tägliche vertrauensbildende Schritte und mehrere Garantiestaaten sollen laut Reuters den Krieg beenden. Ein iranischer Regierungsvertreter weist die Darstellung nach einem weiteren Reuters-Bericht zurück.
GeopolitikKatarische Vermittler haben Iran laut Reuters am Sonntag in Teheran einen neuen Vertragsentwurf zur Beendigung des Krieges mit den USA und Israel übergeben. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf einen in die Verhandlungen eingeweihten Vertreter. Teheran prüfe den Entwurf und werde voraussichtlich bis Ende der Woche antworten.
Der Entwurf sieht demnach einen Zeitplan von sieben Tagen vor, der die Anliegen Teherans und Washingtons aufgreift und für jede Seite tägliche vertrauensbildende Schritte festlegt. Beginnen könnte der Ablauf Anfang kommender Woche. Mehrere Staaten sollen als Garanten auftreten; welche, nannte der Gewährsmann laut Iran International nicht.
Teheran widerspricht
Ein ranghoher iranischer Regierungsvertreter bestritt nach einem späteren Reuters-Bericht, den der CBS-Liveblog wiedergibt, dass Katar einen neuen Friedensvorschlag vorgelegt habe. Katar sei vielmehr mit inakzeptablen Ideen gekommen; in der Atomfrage werde Teheran keine Flexibilität zeigen.
Sorge vor neuen Angriffen
Vor dem Treffen am Sonntag habe es Befürchtungen gegeben, dass Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der bei der Parlamentswahl um eine weitere Amtszeit kämpft, die Angriffe auf Iran noch in dieser Woche wieder aufnehmen könnte, sagte der Gewährsmann laut Reuters. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag seine Drohung mit neuen Schlägen wiederholt. Nach einem Bericht des Wall Street Journal bereiten die USA Golfstaaten auf eine kurze, intensive Militärkampagne nach den Zwischenwahlen am 3. November vor.
Katar führt die Vermittlung gemeinsam mit Pakistan. Beide Staaten hatten Teheran bereits am 20. Oktober laut Al-Araby al-Jadeed einen Kompromiss vorgelegt. Frühere Vermittlungen hatten im Juni zu einer Übergangsvereinbarung geführt, die laut Reuters rasch zerfiel. Am Montag waren nach Angaben von Iran International ranghohe Vertreter Saudi-Arabiens, der Türkei und Pakistans in Teheran zu Gesprächen über die regionale Sicherheit zusammengekommen; die Abschlusserklärung nannte keine konkreten Vereinbarungen.