Putin steht laut WSJ hinter verschärfter Sabotage gegen Nato-Staaten
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US-Geheimdienste werten den gescheiterten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle laut WSJ als einen der ersten Einsätze. Das Blatt beruft sich auf europäische Beamte, Moskau hatte die Vorwürfe zu Leipzig zurückgewiesen.
SicherheitspolitikDer russische Präsident Wladimir Putin hat laut WSJ persönlich angeordnet, Sabotage und verdeckte Operationen gegen Nato-Staaten auszuweiten. Zu diesem Schluss sind nach dem am Dienstagabend veröffentlichten Bericht des Wall Street Journal US-Geheimdienste gekommen; das Blatt beruft sich auf europäische Beamte, die mit den Erkenntnissen vertraut sind, nach Darstellung der Deutschen Welle auf drei solcher Beamter. Der gescheiterte Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle am 4. August war demnach eine der ersten Aktionen dieser Kampagne.
Nach dem Anschlag warnte ein Vertreter des Kremls die Bundesregierung über einen informellen Kanal, Leipzig werde nicht das letzte Ziel bleiben, wie Meduza und die DW am Mittwoch den WSJ-Bericht wiedergeben. Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz sagten dem Blatt laut investingLive vom Mittwoch, Berlin hätte die Beistandspflicht nach Artikel 5 des Nato-Vertrags erwogen, wenn der Angriff viele Opfer gefordert hätte. Deutschland hatte Russland im September offiziell für den Anschlag verantwortlich gemacht.
Bei dem Angriff steuerten die Täter nach dem Bericht mindestens drei mit Semtex beladene Drohnen über deutsche Mobilfunknetze; eine traf ein Antonow-Frachtflugzeug, das Militärhilfe in die Ukraine transportiert, explodierte aber nicht. Deutsche Ermittler halten nach dem WSJ-Bericht, wie ihn die DW wiedergibt, den früheren russischen Offizier Oleg Lewuschkin für den Koordinator, den der Militärgeheimdienst GRU angeworben habe; er habe belarussische Helfer geführt, die Sprengstoff über die Grenze brachten und die Drohnen zusammenbauten. Als Drehscheibe diente nach dem Bericht Serbien, wo die Behörden sieben Verdächtige festnahmen. Lewuschkin und mindestens ein belarussischer Komplize verließen Deutschland demnach zwei Tage vor dem Anschlag.
Organisiert wird die Kampagne nach Angaben westlicher Beamter von der GRU-Abteilung für Sonderaufgaben unter Generaloberst Andrej Awerjanow, wie die DW aus dem WSJ-Bericht wiedergibt. Am Leipziger Anschlag soll demnach einer ihrer Leiter, Oberst Denis Smoljaninow, beteiligt gewesen sein. CIA-Direktor John Ratcliffe warnte europäische Dienste laut WSJ Ende August nach einer Reise nach Moskau vor zunehmender russischer Sabotage. Nach dem Bericht brannten im August in Estland und Polen Betriebe, die Drohnen herstellen; in den vergangenen Wochen meldeten Polen, Litauen und Bulgarien Sabotage an Bodenstationen des Satellitennetzes Starlink.
Auf eine Anfrage des WSJ antwortete der Kreml laut investingLive nicht. Unabhängig von dem Bericht hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow die deutschen Vorwürfe zu Leipzig bereits am 4. September als haltlos zurückgewiesen, wie Interfax damals meldete. Die Bundeswehr stuft die Sabotagegefahr nach Recherchen von WDR und SZ inzwischen als erheblich ein. Am Flughafen Leipzig/Halle hatte zuletzt ein durchbrochener Zaun die Nordpiste lahmgelegt; inzwischen meldete sich ein Fahrer, der nach eigener Darstellung die Kontrolle über sein Auto verloren hatte.