Polen setzt sich bei PAC-3-Wartungszentrum gegen Deutschland durch
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Die USA wählen Polen als europäischen Standort für die Instandsetzung von Patriot-Abfangraketen. Deutschland, die Niederlande und Schweden sollen laut Lockheed Martin Teile der Lieferkette übernehmen.
SicherheitspolitikPolen erhält das europäische Wartungszentrum für PAC-3-Abfangraketen des Patriot-Systems. Das gab die stellvertretende polnische Verteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka am Dienstag, dem 27. Oktober, um 15.40 Uhr MEZ in einem Beitrag auf X bekannt. Um den europäischen Standort hätten sich neben Polen auch Deutschland, die Niederlande und Norwegen beworben; das polnische Angebot sei bereits bei der Einreichung am besten bewertet worden.
Nach der Mitteilung des polnischen Verteidigungsministeriums gab die US-Regierung die Entscheidung gemeinsam mit dem Hersteller Lockheed Martin bekannt. Bislang müssen Raketen, die neu zertifiziert werden müssen, in die USA geschickt werden; Transport, Arbeiten und Rücktransport dauern nach Angaben Sobkowiak-Czarneckas mehr als ein Jahr. Das Zentrum in Polen werde dieses Verfahren erheblich verkürzen. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz wertete die Entscheidung als Beleg dafür, dass Polen ein vertrauenswürdiger Verbündeter sei.
Lockheed Martin kündigte in einer Mitteilung aus Brüssel an, die Anlage solle Reparatur, Überholung, Lebenszyklusbetreuung und Neuzertifizierung von PAC-3-Raketen vor Ort übernehmen und für Nato-Staaten mit diesen Abfangraketen eine schnelle Rückführung ermöglichen. Deutschland, die Niederlande und Schweden, die das zugrunde liegende Abkommen zusammen mit den USA und Polen unterzeichnet hatten, sollen dem Unternehmen zufolge wichtige Rollen in der Lieferkette übernehmen. Das Abkommen über die Wartung von PAC-3-Raketen in Europa hatte Polen nach einer Mitteilung des Ministeriums vom 7. Juli am Rand des Nato-Gipfels in Ankara unterzeichnet.
Das Pentagon gab die Entscheidung nach einem Bericht von Breaking Defense am Rand einer Sitzung der Nationalen Rüstungsdirektoren der Nato bekannt. Der für Beschaffung zuständige Staatssekretär Michael Duffey sagte demnach, die Verbündeten sendeten mit dem Aufbau dieser Kapazität an der Ostflanke der Nato die Botschaft, dass das Bündnis geeint und bei der Abschreckung entschlossen sei. Das Zentrum solle die Durchlaufzeiten deutlich verkürzen und Lieferketten sichern. Herstellen soll die Anlage die Raketen dem Bericht zufolge nicht.
Der US-Botschafter in Warschau, Thomas Rose, schrieb in einer Erklärung auf X, Präsident Donald Trump habe Polen als Standort ausgewählt; Polen habe sich die Entscheidung mit einem starken Angebot verdient. Deutschland, Schweden und die Niederlande hätten hervorragende Angebote vorgelegt, es werde weitere Gelegenheiten geben. Rose nennt damit Schweden, wo Sobkowiak-Czarnecka Norwegen als Mitbewerber anführt. Um Patriot-Abfangraketen aus europäischen Beständen geht es auch in der Bitte Kyjiws an die E5-Staaten.