Rubio spricht von 60 Tagen Prüfung für Graham-Aussetzung
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Der US-Außenminister begründet Trumps Verzicht auf die Russland-Sanktionen mit den Folgen für die Weltwirtschaft und nennt Indien als Beispiel. Eine Rolle Washingtons bei den Starlink-Störungen in der Ukraine bestreitet er.
GeopolitikUS-Außenminister Marco Rubio stellt die Aussetzung der Graham-Sanktionen als befristete Prüfung dar. Er glaube, Präsident Donald Trump wolle sich den Zeitraum von 60 Tagen nehmen, um zu analysieren, was Sanktionen und Zölle zusammen für die Weltwirtschaft und die US-Wirtschaft bedeuteten, sagte Rubio am 17. Oktober 2026 vor seinem Abflug nach Usbekistan. So steht es in der Mitschrift des State Department. Eine solche Frist steht nicht in Trumps Erlass vom 16. Oktober; dort gelten die Ausnahmen, bis der Präsident oder der Außenminister weitere Schritte für angebracht hält.
Das Gesetz treffe nicht nur Russland, sondern sehe auch Zölle gegen eine Reihe anderer Länder vor, sagte Rubio. Als Beispiel nannte er Indien, das seine Bezugsquellen zwar gestreut habe, aber weiter viel Energie aus Russland beziehe und zugleich ein wichtiger Partner der USA sei. Die Ausnahmeklauseln seien unter anderem ins Gesetz geschrieben worden, damit die Regierung Zeit zur Prüfung habe. Als Gründe für den Druck auf die Energieversorgung nannte er den Krieg mit Iran und die Lage in der Straße von Hormus, die Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien und die Angriffe auf Energieanlagen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine.
Den Vorwurf, Washington mache Putin Geschenke, wies Rubio zurück. Der russische Diesel werde ohnehin auf dem Weltmarkt verkauft, die Frage sei nur, wie viel davon die USA bekämen. Vor einigen Monaten habe es bereits eine 60-tägige Ausnahme für russisches Öl gegeben, als die Lage in Hormus angespannt gewesen sei. Die Konflikte in der Welt prallten zunehmend aufeinander, sagte er. Trump selbst sagte am selben Tag in Mar-a-Lago nach einem Bericht von Reuters vom 17. Oktober, viele wüssten noch nicht, wie seine Entscheidung ausfalle.
Zu den Störungen bei Starlink in der Ukraine sagte Rubio, niemand im Weißen Haus habe angeordnet, die Verbindung zu verlangsamen, damit bestimmte Drohnen sie nicht nutzen könnten. Ob Präsident Wolodymyr Selenskyj wisse, wovon er rede, bezweifle er; die Störung sei nicht absichtlich gewesen. Das militärische System Starshield stehe der Ukraine derzeit nicht zur Verfügung, darüber werde gesprochen.
Den Erlass und die ersten Reaktionen aus Kiew, Moskau und dem Kongress beschreibt unser Bericht.