Deutsches Kabelwerk bei Luzk steht nach Drohnenangriffen still
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Moskau behauptet, der Autozulieferer Kromberg & Schubert habe Fahrzeuge für die ukrainische Armee repariert. Am Sonntagmorgen trifft es in Wolhynien erneut einen Industriebetrieb.
SicherheitspolitikRussische Drohnen haben am 16. Oktober 2026 dreimal ein Unternehmen mit ausländischen Investitionen in Luzk angegriffen. Das meldete der Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Wolhynien, Roman Romaniuk, am Abend auf Telegram; verletzt oder getötet wurde nach seinen Angaben niemand. Den Namen der Firma nannte er nicht. Nach einem Bericht von Interfax-Ukraine vom 17. Oktober handelt es sich um das Werk des deutschen Autozulieferers Kromberg & Schubert bei Luzk, das seine Arbeit inzwischen eingestellt hat.
Die Agentur beruft sich auf eine Erklärung des Werks auf Facebook vom Samstag. Danach steht die Produktion still, das Unternehmen prüft die Lage und will die Beschäftigten über interne Kanäle informieren, wann sie zurückkehren können. Einen Termin nannte es nicht. Das Werk liefert laut Interfax-Ukraine Bordnetze unter anderem an BMW, Mercedes-Benz, Audi und Porsche. Nach einem Bericht des Kyiv Independent vom 18. Oktober arbeiteten dort laut Unternehmenswebsite im Mai 2025 rund 5500 Menschen.
Das russische Verteidigungsministerium meldete am 17. Oktober auf Telegram, seine Drohnen hätten an diesem Tag das Unternehmen Kromberg & Schubert in Luzk getroffen. Es behauptete, das Werk habe Fahrzeuge für die ukrainischen Streitkräfte repariert; Belege legte es nicht vor. Ob die Mitteilung die Angriffe vom 16. Oktober meint, geht aus ihr nicht hervor.
Romaniuk hatte den ersten Treffer nach der Nacht zum 16. Oktober gemeldet, einen weiteren am Nachmittag. Interfax-Ukraine spricht von zwei Angriffen auf das Werk. Während der Luftalarme tagsüber zählte die Gebietsverwaltung elf strahlgetriebene Shahed-Drohnen über Wolhynien, in der Nacht davor rund 20 Ziele. In Kowel brannten nach ihren Angaben mehr als 15 Lastwagen, ein Zollterminal wurde getroffen. Ein zweites Werk des Unternehmens in Schytomyr musste nach dem Interfax-Bericht bereits Ende September nach mehreren Angriffen die Arbeit auf unbestimmte Zeit unterbrechen.
In der Nacht zum Sonntag griff Russland die Ukraine erneut an. Die ukrainische Luftwaffe meldete auf Telegram eine ballistische Rakete vom Typ Iskander-M und 180 Kampfdrohnen, von denen bis 8 Uhr Kiewer Zeit 152 abgeschossen oder elektronisch abgelenkt worden seien. Treffer verzeichnete sie an 20 Orten, Trümmer abgeschossener Drohnen an vier. Welche Ziele getroffen wurden, schrieb die Luftwaffe nicht. In Wolhynien traf am Sonntagmorgen nach Romaniuks Angaben erneut ein Industriebetrieb in der Siedlung Manewytschi; Lager- und Produktionshallen brannten, verletzt wurde nach vorläufigen Informationen niemand.
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