Russland meldet Einnahme von Dobropillja
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Generalstabschef Gerassimow berichtet Putin, die Stadt im Gebiet Donezk sei vollständig unter russischer Kontrolle, und meldet den Beginn massiver Schläge auf die ukrainische Energie. Der ukrainische Generalstab meldet am Abend weiter Kämpfe um den Ort.
GeopolitikRussland beansprucht die Einnahme der Stadt Dobropillja im Gebiet Donezk. Generalstabschef Waleri Gerassimow meldete Präsident Wladimir Putin am 16. Oktober 2026 bei einem Besuch in einem Gefechtsstand, Truppen der Gruppierung Zentrum hätten die in der Stadt eingeschlossenen ukrainischen Verbände aufgerieben und Dobropillja vollständig unter Kontrolle gebracht. So steht es in der Mitschrift des Kremls, die um 17.30 Uhr MESZ erschien. Putin nannte die Einnahme demnach ein wichtiges Ereignis, das den direkten Weg an die Grenzen der von Russland beanspruchten Donezker Republik öffne. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
Gerassimow sagte nach der Mitschrift außerdem, die russischen Streitkräfte hätten mit massiven Schlägen gegen Energieanlagen der Ukraine begonnen; die Liste der Ziele und die dafür nötigen Mittel seien festgelegt. Putin stellte die Angriffe als Antwort auf ukrainische Schläge gegen russische Industrie- und Energieanlagen dar. Die von Russland geschaffene Sicherheitszone in den ukrainischen Grenzgebieten wolle Moskau nicht zum Gegenstand möglicher Friedensverhandlungen machen, sagte er.
Die übrigen Gebietsangaben stammen ebenfalls aus russischer Darstellung. Danach kontrolliert Kiew nur noch etwas mehr als zehn Prozent des Gebiets Donezk und 16,5 Prozent des Gebiets Saporischschja; seit Jahresbeginn habe Russland rund 6500 Quadratkilometer eingenommen. Gerassimow meldete zudem die Einnahme von Oleksijewo-Druschkiwka, Kämpfe in Druschkiwka und am Rand von Kramatorsk sowie vorgeschobene Gruppen fünf Kilometer vor dem Südrand der Stadt Saporischschja.
Der ukrainische Generalstab bestätigt keinen Verlust der Stadt. In seinem Lagebericht von 22 Uhr Kiewer Zeit schreibt er, auf dem Pokrowsker Abschnitt seien 26 Angriffe abgewehrt worden; die russischen Truppen hätten unter anderem im Raum Dobropillja vorzurücken versucht. Auch um Oleksijewo-Druschkiwka und Druschkiwka meldet der Generalstab Gefechte, nicht deren Verlust. Eine Stellungnahme des Präsidialamts zu Gerassimows Angaben fand die Redaktion bis zum späten Abend nicht. Verteidigungsminister Andrej Beloussow wiederholte die Meldung nach einem Bericht von Reuters vom 16. Oktober; Kiew habe keinen Wechsel der Kontrolle erwähnt.
Am Samstag wies der ukrainische Generalstab Gerassimows Angaben zurück. Dobropillja bleibe unter ukrainischer Kontrolle, sagte Sprecher Andrij Kowaljow nach einem Bericht von Interfax-Ukraine vom 17. Oktober. Auch Kostjantyniwka, Oleksijewo-Druschkiwka, Orichiw und Welykomychajliwka seien nicht gefallen; die Front liege 22 Kilometer vor der Stadt Saporischschja, nicht fünf. Seit Herbstbeginn habe die Ukraine mehr Gebiet befreit, als Russland erobert habe. Auch diese Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Die Ukraine hatte ihre Angriffe auf russische Raffinerien zuvor wieder aufgenommen (unser Bericht); Außenminister Lawrow schloss eine Feuerpause aus, in der Kiew aufrüsten könne (unser Bericht).