Montag, 19. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Deutschland

Schweitzer sucht Kompromiss bei Rente nach 45 Beitragsjahren

Der Kanzler will die Vorschläge der Alterssicherungskommission ohne neue Grundsatzdebatte umsetzen. Sein neuer Arbeitsminister von der SPD pocht auf den Koalitionsvertrag und will verhandeln.

Bundeskanzler Friedrich Merz und sein neuer Arbeitsminister Alexander Schweitzer gehen bei der Rentenreform mit unterschiedlichen Linien in die nächsten Wochen. Merz sagte am 17. Oktober 2026 beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn, die Vorschläge der Alterssicherungskommission wolle man jetzt umsetzen; in der Kommission seien bereits Kompromisse gemacht worden, die Diskussion fange nicht von vorn an. So ist es im Mitschnitt der Rede zu hören. Das Kabinett solle noch in diesem Jahr entscheiden, der Bundestag die Reform danach schnellstmöglich beraten.

Zu den Vorschlägen der Kommission gehört, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen. Genau darüber will Schweitzer verhandeln. Der SPD-Politiker strebe in diesem Punkt einen guten Kompromiss an, berichtet die tagesschau am 17. Oktober unter Berufung auf ein Interview mit der Rheinpfalz; laut dpa zeigte er sich zuversichtlich, dass er gelinge. Schweitzer verweist darauf, dass Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart hatten, diese Rente grundsätzlich beizubehalten.

Auf die Aussage seiner zurückgetretenen Vorgängerin Bärbel Bas, die Vorschläge seien ein Gesamtkunstwerk, antwortete Schweitzer laut dem Bericht, auf ihrer Grundlage dürften und müssten politische Debatten stattfinden. Nach einem Bericht der dpa bei t-online vom 17. Oktober verwies er darauf, dass auch manche CDU-Ministerpräsidenten den Vorschlag kritisierten; entschieden werde in Regierung und Bundestag. Gegen das Ende der Frührente hatten sich die ostdeutschen Regierungschefs Sven Schulze, Michael Kretschmer und Mario Voigt gestellt, so die tagesschau.

Laut dpa wurde Schweitzer am Mittwoch vereidigt; die Kommission hatte im Juni 33 Vorschläge vorgelegt, Merz und Bas hatten damals angekündigt, sie vollständig umzusetzen. Was Merz der Jungen Union außerdem zur Koalition sagte, beschreibt unser Bericht; den Zeitplan der Koalition für die Rente unser früherer Bericht.