Montag, 19. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien

In seiner ersten Präsidentenerklärung zu Jemen seit 2019 bekräftigt der Rat Saudi-Arabiens Recht auf Selbstverteidigung und mahnt das Waffenembargo an. Die Huthi schießen derweil auf den Flughafen von Aden.

Der UN-Sicherheitsrat hat die Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien verurteilt. In einer am 15. Oktober 2026 angenommenen Präsidentenerklärung, die als Dokument S/PRST/2026/4 erscheint, nennt der Rat die Schläge vom 10. und 11. Oktober auf den Flughafen King Khalid in Riad rücksichtslos, so die Mitteilung der Vereinten Nationen. Dabei wurden 13 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt. Verurteilt werden auch Angriffe auf weitere Flughäfen und auf Anlagen von Saudi Aramco.

Die 15 Mitglieder bekräftigen Saudi-Arabiens naturgegebenes Recht auf Selbstverteidigung im Einklang mit dem Völkerrecht. Sie fordern, die Resolution 2216 von 2015 umzusetzen, und rufen alle Staaten auf, das gezielte Waffenembargo einzuhalten und die Huthi von Waffen, Ausbildung und Geld abzuschneiden. Zugleich verurteilt der Rat die Angriffe und Drohungen der Huthi gegen die Handelsschifffahrt im Roten Meer und am Bab al-Mandab. Frieden in Jemen sei durch Gewalt nicht zu erreichen; der Rat stützt die Vermittlung des Sondergesandten Hans Grundberg.

Es ist die erste Präsidentenerklärung des Rats zu Jemen seit August 2019, berichtet Security Council Report am 15. Oktober. Den Entwurf schrieb demnach Großbritannien; die ausdrückliche Nennung der Aramco-Anlagen kam auf Vorschlag Bahrains hinzu.

Die Angriffe gehen weiter. Am Freitag schlugen nach Angaben der jemenitischen Regierung zwei Huthi-Raketen am Flughafen Aden ein, rund 500 Meter neben einem startbereiten Flugzeug, berichtet Al Jazeera am 16. Oktober. Einen Tag zuvor hatten die Huthi den Regierungspalast in Aden beschossen (unser Bericht). Den Angriff auf den Flughafen Riad beschreibt unser früherer Bericht.