Tanker brennt vor Sulina, sieben Seeleute vermisst
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Auf der „Wine Trader“ bricht 13 Seemeilen südöstlich von Sulina Feuer aus, nur fünf von zwölf Besatzungsmitgliedern werden gerettet. Am Abend zuvor hatte die „Yara J“ gebrannt. Rumänien sucht weiter nach den Vermissten.
SicherheitspolitikVor der rumänischen Schwarzmeerküste werden nach einem Brand auf dem Tanker „Wine Trader“ sieben Seeleute vermisst. Das Schiff unter der Flagge San Marinos habe am 15. Oktober 2026 gegen 7 Uhr Ortszeit (6 Uhr MESZ) einen Notruf abgesetzt und einen Brand im Aufbau gemeldet, etwa 13 Seemeilen südöstlich von Sulina, teilte die Rumänische Marinebehörde ANR in einem Kommuniqué mit, das die Staatsagentur Agerpres um 13.07 Uhr Ortszeit verbreitete. An Bord waren zwölf Menschen, fünf wurden gerettet. Das Schiff hatte keine Ladung. Das Seenotrettungszentrum der Behörde löste eine Such- und Rettungsoperation mit Schiffen und Luftfahrzeugen aus.
Am Freitagmorgen nahmen die Rettungskräfte die Suche wieder auf. Ein Black-Hawk-Hubschrauber des Innenministeriums sollte vier Retter auf die „Wine Trader“ bringen, das Einsatzschiff „Fifi“ MAI 0101 mit 13 Rettern an Bord zunächst das Gebiet erkunden, teilte der Katastrophenschutz IGSU in einer von Agerpres verbreiteten Mitteilung mit. Nach einem Bericht von Reuters vom 16. Oktober wurde die „Wine Trader“ etwa eine Meile außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer getroffen, die „Yara J“ dagegen innerhalb. Präsident Nicușor Dan sagt demnach, beide Schiffe seien von Drohnen getroffen worden; eine Nato-Militärquelle nennt Russland als Herkunft.
In der Nacht zum Donnerstag hatte das Verteidigungsministerium eine Drohne über rumänischen Hoheitsgewässern erfasst. Um 1.34 Uhr Ortszeit sei eine Drohne etwa eine Minute lang im nationalen Luftraum südöstlich von Sulina geortet worden und dann vom Radar verschwunden, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Zwei spanische F-18 und zwei rumänische F-16 stiegen auf, die Bevölkerung im Norden und Osten des Kreises Tulcea wurde gewarnt. Ob die Drohne mit dem Brand auf der „Wine Trader“ zusammenhängt, sagt das Ministerium nicht. Schon am Mittwochabend um 20.04 Uhr waren nach einer weiteren Mitteilung zwei Luftziele in den rumänischen Luftraum eingedrungen.
Am Abend zuvor hatte der Tanker „Yara J“ unter der Flagge der Komoren vor Sulina gebrannt. Die Besatzung löschte das Feuer selbst, alle 17 Seeleute sind in Sicherheit, berichtet news24.ro am 14. Oktober. Verteidigungsminister Radu Miruță sagte demnach, das Militärradar habe keine Drohne gesehen, die auf das Schiff zuflog; ob es von einer Drohne getroffen wurde, werde geprüft. Sollte es so sein, wäre das in rumänischen Hoheitsgewässern ein Vorfall von erheblicher Schwere. Die „Yara J“ wurde nach dem Reuters-Bericht inzwischen nach Constanța geschleppt.
Präsident Dan kündigte in Brüssel eine Reaktion an. Man wolle alle Daten darüber sammeln, was genau geschehen sei, aber es werde sicher eine Reaktion des rumänischen Staates geben, sagte er nach einem Bericht von Euronews vom 15. Oktober. Ob Rumänien Beratungen nach Artikel 4 des Nato-Vertrags beantragt, ließ er nach einem Bericht von Aleph News vom 15. Oktober offen. Wer hinter möglichen Drohnenangriffen steht, haben die rumänischen Behörden nicht amtlich festgestellt.
Die beiden Tanker sind andere Schiffe als jene, die zwei Tage zuvor vor der bulgarischen Küste getroffen wurden; dort sank der Frachter „HS Dignity“ (unser Bericht). Einen früheren Vorfall in der rumänischen Wirtschaftszone beschreibt der Bericht zum Getreidefrachter.
Korrektur, 16. Oktober 2026, 13.25 Uhr: In einer früheren Fassung hieß es, das Feuer auf der „Wine Trader“ sei in rumänischen Hoheitsgewässern ausgebrochen. Die Marinebehörde ANR nennt eine Position 13 Seemeilen südöstlich von Sulina, Reuters berichtet von einem Treffer außerhalb der Hoheitsgewässer. Wir haben die Angabe korrigiert und die Wiederaufnahme der Suche ergänzt.