Montag, 19. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

Bulgarien bittet Nato um Kampfjets und Drohnenabwehr

Nach den Drohnenangriffen auf Schiffe im Schwarzen Meer schreibt Verteidigungsminister Stojanow an Generalsekretär Rutte und den Oberbefehlshaber in Europa. Eine Zusage gibt es noch nicht, die Botschafter beraten nächste Woche.

Bulgarien hat die Nato nach Angaben seines Verteidigungsministers Dimitar Stojanow offiziell um Kampfflugzeuge und Drohnenabwehr gebeten. Das berichtet Reuters am 16. Oktober 2026 in einem von Defense News veröffentlichten Bericht. Sofia habe Briefe an Nato-Generalsekretär Mark Rutte und an den Obersten Alliierten Befehlshaber Europa (SACEUR) geschickt und eine Stärkung seiner Fähigkeiten verlangt, einschließlich zusätzlicher Kräfte auf bulgarischem Gebiet. Anlass ist eine Serie von Drohnenangriffen auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer.

Nach einem Bericht von Radio Bulgarien vom 16. Oktober, der sich auf die Agentur BTA stützt, äußerte sich Stojanow am Rande der Feier zum Tag der bulgarischen Luftstreitkräfte in Sofia. Gefordert seien Flugzeuge, Flugabwehrraketensysteme, Drohnenabwehr und Patrouillenflugzeuge, also das volle Spektrum. Welche Hilfe Bulgarien bekommt, sei noch nicht bestätigt; auch Rumänien und die baltischen Staaten hätten Bedarf.

„Wir erwarten ihre Entscheidung“, sagte Stojanow nach dem Reuters-Bericht. Ein Nato-Vertreter sagte der Agentur, die Botschafter der 32 Mitgliedstaaten würden die Bitte nächste Woche weiter beraten. Bulgarien rechnet demnach damit, bis Ende Oktober einer Drohnenabwehrinitiative der Nato beizutreten, und hat ein Moratorium für Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer vorgeschlagen. Stojanow will sich bald mit seinen Amtskollegen aus Rumänien und der Türkei abstimmen.

Das Verteidigungsministerium in Sofia erwähnt die Bitte an die Nato in seiner Mitteilung zur Feier nicht. Dort kündigt Stojanow an, die nächsten acht F-16 Block 70 kämen 2030, die ersten neuen Flugabwehrraketensysteme 2028. Das Parlament hatte am Vortag den Kauf fünf weiterer Iris-T SLM gebilligt (unser Bericht); vor der bulgarischen Küste waren zuvor Frachter von Drohnen getroffen worden (unser Bericht).