Montag, 19. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Sicherheitspolitik

CNN: Der Ukraine gehen die Patriot-Raketen aus

Der Sender und die Washington Post berichten unter Berufung auf ukrainische Quellen, die Abfangraketen seien fast oder ganz verbraucht. Beim jüngsten Großangriff fing die Luftwaffe nach eigenen Angaben nur vier von 39 Raketen ab.

Der Ukraine fehlen nach Berichten von CNN und Washington Post Abfangraketen für das US-Abwehrsystem Patriot. Die Raketen seien ausgegangen, sagte eine mit der Lage vertraute Quelle nach einem Bericht von CNN vom 15. Oktober 2026; beim letzten Angriff seien wegen des Mangels fast alle ballistischen Raketen nicht abgefangen worden. Die ukrainische Luftwaffe hatte für die Nacht zum 14. Oktober 39 Raketen gemeldet, die auf ballistischer Bahn anflogen, Hauptziele Kyjiw, die Region Kyjiw und die Region Charkiw. Abgefangen wurden nach ihrem Lagebericht vier davon.

Die Washington Post nennt Zahlen. Am 7. Oktober seien nur noch zehn Raketen übrig gewesen, die bei den Angriffen verbraucht worden seien, derzeit seien nur noch ein paar vorhanden, sagte ein ukrainischer Vertreter nach einem Bericht der Washington Post vom 15. Oktober. Eine zweite Person sagte dem Blatt, die Ukraine habe keine mehr. Beide blieben anonym. Seit Mai kämen Lieferungen unregelmäßig, sagte der ukrainische Vertreter.

Ein hochrangiger Nato-Vertreter widersprach dem Eindruck eines Lieferstopps. Das Programm PURL, über das europäische Staaten US-Waffen für die Ukraine bezahlen, funktioniere, und Munition für die Luftabwehr wie Patriot-Abfangraketen fließe weiter, sagte er nach dem Bericht der Washington Post, ebenfalls anonym. Eine amtliche Bestätigung der Bestandszahlen gibt es weder aus Kyjiw noch aus Washington.

Präsident Wolodymyr Selenskyj bat am Mittwoch öffentlich um weitere Patriot-Pakete; der amerikanische Präsident habe alle Mittel, um den Frieden durch Stärke näherzubringen, sagte er nach CNN. Nach CNN knüpfte er ein Ende der Angriffe auf russische Energieanlagen an mehr Patriot-Raketen; am Donnerstag kündigte er weitere Angriffe mit großer Reichweite an (unser Bericht). Nach CNN haben US-Stellen zudem gedroht, europäische Käufe von US-Waffen für die Ukraine über PURL auszusetzen, falls Kyjiw die Angriffe nicht einstellt.

Deutschland ersetzt eigene an die Ukraine abgegebene Patriot-Systeme; das hat der Haushaltsausschuss des Bundestages gebilligt (unser Bericht).