EU-Gipfel vertagt Ukraine-Finanzierung für 2027
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Die Staats- und Regierungschefs sehen den Bedarf der Ukraine für 2026 gedeckt und wollen auf das kommende Jahr zurückkommen. Zu den eingefrorenen russischen Geldern steht nichts in den Schlussfolgerungen, die US-Diesel-Entscheidung bedauern sie.
GeopolitikDer Europäische Rat hat die Entscheidung über die Finanzierung der Ukraine im Jahr 2027 vertagt. In ihren am 16. Oktober 2026 angenommenen Schlussfolgerungen (EUCO 14/26) begrüßen die Staats- und Regierungschefs, dass die Mittel für den Haushalts- und Verteidigungsbedarf der Ukraine für 2026 gefunden seien. Für den dringenden weiteren Finanzbedarf warten sie auf eine aktualisierte Einschätzung von Kommission und Internationalem Währungsfonds und wollen zeitnah auf das Thema zurückkommen. Internationale Partner rufen sie auf, ihre Hilfe rasch aufzustocken.
Die eingefrorenen russischen Vermögen erwähnt der Text nicht. Stattdessen begrüßt der Rat die Auszahlungen aus dem Unterstützungskredit über 90 Milliarden Euro für 2026 und 2027 sowie die Freigabe von 6,6 Milliarden Euro aus der Europäischen Friedensfazilität. Der Rat bedauert die Entscheidung der Vereinigten Staaten, Sanktionen gegen russischen Diesel vorübergehend aufzuheben, und verlangt weitere Schritte gegen Russlands Energieeinnahmen und die Schattenflotte. Angriffe auf zivile Schiffe in den Wirtschaftszonen Bulgariens und Rumäniens nennt er eine schwere Verletzung des Völker- und Seerechts.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezifferte die Finanzierungslücke für 2027 nach Gipfelende auf 70 Milliarden Euro; einen Teil davon müssten Partner außerhalb der EU tragen, berichtet Interfax-Ukraine am 16. Oktober. Ratspräsident António Costa sagte demnach, die Staats- und Regierungschefs hätten die Kommission um einen konkreten Vorschlag gebeten. Am Morgen hatte von der Leyen erklärt, die EU arbeite an einem 22. Sanktionspaket gegen Russland, berichtet der Kyiv Independent am 16. Oktober. Costa sagte dort, jetzt sei nicht die Zeit, Sanktionen zu lockern, sondern den Druck zu erhöhen.
Moskau stellte sich am selben Tag hinter US-Präsident Donald Trump. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Selenskyj wolle keine Verantwortung für eine friedliche Regelung übernehmen, darin stimme Russland mit Trump völlig überein, berichtet Vesti am 16. Oktober. Trump hatte Selenskyj im Sender Newsmax als schwieriger im Umgang bezeichnet als Putin. Selenskyj entgegnete in Brüssel, er vertrete nur die Interessen der Ukraine, berichtet die BBC am 16. Oktober.
Am Rand des Gipfels trafen sich Selenskyj und Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar erstmals zu einem Zweiergespräch, berichtet der Kyiv Independent am 16. Oktober. Magyar nannte danach das ukrainische Gesetz über Bildung in Minderheitensprachen einen ersten Schritt zu neuem Vertrauen; beide vereinbarten gegenseitige Besuche. Ungarn hatte zuvor sein Veto gegen zwei Verhandlungscluster aufgegeben (unser Bericht). Die zuletzt beschlossenen Listungen gegen Russlands Rüstungsindustrie beschreibt unser Bericht zum Sanktionspaket, die Diesel-Ausnahme der USA unser Bericht zur Generallizenz.