Montag, 19. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Geopolitik

Libanon schickt Militärs zu Dreiergespräch nach Tampa

Präsident Aoun will am 20. Oktober ein Ende der israelischen Eskalation im Süden fordern lassen. Israel halte sich nicht an das unter US-Vermittlung geschlossene Rahmenabkommen, sagt er.

Eine libanesische Militärdelegation nimmt am 20. Oktober 2026 an einem Dreiertreffen mit Israel und den USA in Tampa im US-Bundesstaat Florida teil. Das kündigte Präsident Joseph Aoun am Samstagabend bei einem Treffen mit dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot im Präsidentenpalast in Baabda an, wie das libanesische Präsidialamt mitteilte. Die Delegation soll dort die libanesische Forderung nach einem Ende der israelischen Eskalation vorbringen.

Aoun hofft nach der Mitteilung, dass das Treffen Ergebnisse bringt, die dem unter amerikanischer Vermittlung geschlossenen Rahmenabkommen entsprechen. Israel halte sich nicht daran: Es setze seine Angriffe auf Orte im Süden fort, reiße Häuser ab und hindere Bauern daran, ihre Felder abzuernten. Das halte die Besatzung und die Spannungen aufrecht und verhindere, dass die libanesische Armee bis zur Grenze vorrücke, wie es die UN-Resolution 1701 vorsieht.

Mit Blick auf das Ende des Unifil-Mandats zum Jahresende bekräftigte Aoun, Libanon wünsche eine Verlängerung der UN-Truppe oder ihre Fortsetzung im Abzugsjahr 2027. Gelinge das nicht, begrüße Beirut jede Form internationaler Präsenz im Süden, die ein Vakuum verhindere (unser Bericht). Barrot sagte laut Präsidialamt zu, Frankreich sei bereit, seinen Teil zu leisten, damit nach dem Abzug keine Sicherheitslücke entstehe.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte nach einem Bericht von L’Orient Today vom 18. Oktober in einem Interview mit israelischen Medien, er traue der libanesischen Regierung die Entwaffnung der Hisbollah nicht zu; sein Ziel sei, die Miliz auszuschalten. Zu den israelischen Angriffen im Süden siehe unser früherer Bericht.