Sonntag, 11. Oktober 2026


AUSSENLAGE

Ausgabe

10. Oktober 2026

21 Stücke dieses Tages.

Geopolitik

IEEFA: EU-Gasspeicher auf Rekordtief für Anfang Oktober

Das Institut hält es für möglich, dass die EU im Winter sieben Prozent weniger Gas verbrauchen muss, und beziffert die Lücke auf 14 Milliarden Kubikmeter. Die Netzbetreiber rechnen in ihren Szenarien anders, die Kommission hält das System für ausreichend flexibel. Hinzu kommen der Iran-Krieg und das Ende russischer LNG-Altverträge am 1. Januar 2027.

Sicherheitsrat verlängert Darfur-Sanktionen um nur zwei Monate

Ein Waffenembargo für ganz Sudan bleibt aus: Nach Angaben des Security Council Report lehnten neben Russland und China auch Pakistan und die drei afrikanischen Ratsmitglieder eine Ausweitung ab. Die Resolution lässt das Mandat unverändert, Washington hält an dem Ziel fest.

Taiwan meldet 19 chinesische Militärflugzeuge und Drohnen

Washington nannte Chinas Vorgehen östlich der Insel einen Tag zuvor hochgradig destabilisierend. Reuters berichtet von der ersten bekannten Sichtung eines chinesischen Milizboots vor Taiwans Ostküste; taiwanische Beamte deuten das Treiben dort als Übung für eine mögliche Blockade, Peking nennt seine Patrouillen rechtmäßig.

Trump fordert neuen Präsidenten für die Ukraine

Der US-Präsident sagte vor dem Weißen Haus: „I think it’s time for Ukraine to get a new president.“ Das war einen Tag nach dem Dieselabkommen mit Russland; Trump warf Selenskyj vor, weiter Raffinerien anzugreifen. Kiews Außenminister verweist auf die Unterstützung der Ukrainer für Selenskyj, Putins Gesandter Dmitrijew begrüßt die Worte.

USA setzen den Internationalen Strafgerichtshof auf die Sanktionsliste

Eine Lizenz des Finanzministeriums erlaubt Geschäfte mit dem Gericht bis zum 7. April 2027. Die EU-Kommission bedauert den Schritt, Bundesjustizministerin Hubig und die UN verurteilen ihn, der IStGH spricht von einem Angriff auf die internationale Rechtsordnung.

USA sprechen laut Reuters direkt mit Myanmars Militärregierung

Das US-Außenministerium bestätigt Kontakte und die Freilassung eines US-Geschäftsmanns, äußert sich aber nicht zur Rolle seines Nachrichtendienstchefs. Die Sanktionen gegen Juntachef Min Aung Hlaing gelten fort; eine Lockerung ist nicht bekannt.

Sicherheitspolitik

EU plant Beratungsmission für Libanons Sicherheitskräfte

Nach Angaben der Außenbeauftragten Kaja Kallas ist die Planung abgeschlossen und liegt die Einladung aus Beirut vor; die EU-Außenminister sollen die Mission am 12. Oktober beschließen, der Beschluss steht noch aus. Ein Ersatz für die UN-Truppe Unifil, die zum Jahresende ihre Arbeit einstellt, soll sie ausdrücklich nicht sein.

Hormus: Tanker brennt, Revolutionsgarde reklamiert Minentreffer

Die britische Meldestelle UKMTO verzeichnet einen Geschosstreffer mit Feuer auf einen ausfahrenden Tanker, die Revolutionsgarde spricht von einer Mine und nennt kein Schiff. Ob beides dasselbe Schiff betrifft, ist offen. Die IMO zählte zuvor neun getroffene Schiffe vom 1. bis 6. Oktober.

Saudische Behörde: Angriff auf Flughafen Riad tötet zwölf Menschen

Nach Angaben der Luftfahrtbehörde GACA gibt es 309 Verletzte, unter den Toten ist ein US-Bürger. Am Sonntag meldet Saudi-Arabien einen weiteren Einschlag am Terminal 4, die Huthi warnen Airlines erneut vor saudischen Flughäfen, Trump prüft eine US-Beteiligung.

Selenskyj nennt 23 Tote in Saporischschja, der Katastrophenschutz zählt 20

Nach dem Ende der Suche gehen die ukrainischen Angaben zum Gleitbombenangriff vom 10. Oktober auseinander: Der Präsident spricht von 23 Toten, der Katastrophenschutz SES nennt 20, jeweils mit vier Kindern. Eine Erklärung für den Unterschied liegt nicht vor. In Kiew fielen nach Angriffen auf Energieanlagen Strom und Wasser teilweise aus.

Deutschland

Bundesregierung und Klingbeil verurteilen Schröders Besuch bei Putin

Nach Angaben des Kreml feierte Schröder in Moskau Putins Geburtstag mit; der Kreml schildert eine spontane Einladung nach Schröders Geschäftstermin. Auswärtiges Amt und Innenministerium wussten nach eigenen Angaben nichts von der Reise, ein SPD-Außenpolitiker verteidigt sie, die Grünen fordern ein neues Ausschlussverfahren.

Rund 120 Linke kritisieren Berliner Antisemitismus-Vereinbarung

Grüne und SPD hatten die Vereinbarung zur Bedingung für den Start der Gespräche gemacht. Der Bundesvorstand der Linken wirbt für die Sondierungen, die am Wochenende weitergehen; über eine Koalition sollen erst Parteitage entscheiden.